Lunar Serie I Silber
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Jetzt Angebot anfordernMit der Lunar Serie I begann 1999 eine der beliebtesten Silbermünzen-Erfolgsgeschichten der Welt: Jahr für Jahr widmete die australische Perth Mint eines der zwölf chinesischen Tierkreiszeichen einem eigenen Münzjahrgang. Was als Anlagemünze mit Sammelcharakter startete, ist heute eine gesuchte Rarität – denn die vergleichsweise niedrigen Auflagen sind längst vergriffen, und viele Jahrgänge werden weit über dem reinen Silberwert gehandelt. Dieser Ratgeber beleuchtet Geschichte, Motive, Stückelungen, Auflagen, Echtheitsmerkmale und die steuerliche Behandlung der ersten australischen Lunar-Serie.
Geschichte und Hintergrund der Lunar Serie I
Die Silber-Ausgabe der Lunar Serie I wurde zwischen 1999 und 2010 von der Perth Mint in Australien geprägt – der ältesten noch aktiven Prägestätte des Landes. Die Serie erschien damit drei Jahre nach ihrem goldenen Pendant, das bereits 1996 gestartet war. Aus diesem zeitlichen Versatz ergibt sich eine Besonderheit, die die Lunar Serie I bis heute von den meisten anderen Lunar-Serien unterscheidet.
Anders als üblich beginnt die silberne Erstserie nämlich nicht mit dem Jahr der Ratte, sondern mit dem Jahr des Hasen. Der chinesische Mondkalender startet seinen Zyklus zwar traditionell mit der Ratte, doch die verspätete Silber-Premiere zwang die Perth Mint zu einem eleganten Kunstgriff. Die kulturelle Grundlage bleibt gleich: Eine alte Legende erzählt, dass zwölf Tiere einer Einladung folgten und in der Reihenfolge ihrer Ankunft jeweils die Herrschaft über ein Jahr erhielten. Wer sich für die Fortsetzung dieser Motivwelt interessiert, findet sie in der Lunar Serie II sowie in der aktuellen Lunar Serie III.
Die Rolle der Perth Mint
Die Perth Mint gilt als eine der renommiertesten Prägestätten der Welt und ist auch für Klassiker wie den Koala und den Kookaburra verantwortlich. Die Erstausgabe von 1999, das Jahr des Hasen, trägt das besondere Münzzeichen P100 – ein Verweis auf das 100-jährige Jubiläum der Prägestätte in jenem Jahr. Solche Details machen einzelne Jahrgänge für Sammler besonders reizvoll.
Motive und Jahrgänge der Lunar Serie I
Das Herzstück der Serie sind die zwölf jährlich wechselnden Tiermotive. Jede Münze zeigt auf der Motivseite das jeweilige Tierkreiszeichen, das zugehörige chinesische Schriftzeichen, das Prägejahr sowie die Angabe zu Feingewicht und Material. Ein unverwechselbares Erkennungsmerkmal ist der umlaufende Rahmen aus 120 Dekorpunkten, der jede Ausgabe der Serie einrahmt.
- 1999 – Jahr des Hasen (Erstausgabe mit Münzzeichen P100)
- 2000 – Jahr des Drachen
- 2001 – Jahr der Schlange
- 2002 – Jahr des Pferdes
- 2003 – Jahr der Ziege
- 2004 – Jahr des Affen
- 2005 – Jahr des Hahnes
- 2006 – Jahr des Hundes
- 2007 – Jahr des Schweines
- 2008 – Jahr der Maus (Ratte)
- 2009 – Jahr des Ochsen
- 2010 – Jahr des Tigers
Auf der Wertseite ziert das Porträt von Königin Elisabeth II. nach einem Entwurf von Ian Rank-Broadley jede Münze, umgeben vom Namen der Königin, dem Herkunftsland Australien und dem jeweiligen Nennwert. Die Tiermotive der Silber-Lunare unterscheiden sich dabei bewusst von den Darstellungen der Gold-Serie, die in der Kategorie Lunar Serie I in Gold zu finden ist.
Die drei nachgeprägten Jahrgänge 2008, 2009 und 2010
Weil die Lunar Serie II planmäßig bereits 2008 mit dem Jahr der Ratte starten sollte, die Silber-Serie I aber noch drei Motive schuldig war, entschied sich die Perth Mint 2007 zu einem ungewöhnlichen Schritt: Die Motive Maus (2008), Ochse (2009) und Tiger (2010) wurden allesamt vorab im Jahr 2007 ausgegeben – erkennbar am zusätzlich aufgeprägten Jahr 2007 auf der Wertseite. Diese drei Tiere existieren dadurch sowohl in der Serie I als auch in der Serie II, ein Kuriosum, das die Serie für Numismatiker besonders spannend macht.
Stückelungen und ihre Eigenschaften
Die Silber-Lunare der ersten Serie erschienen in einer bemerkenswerten Bandbreite an Größen – vom handlichen Sammlerformat bis zur imposanten Kilomünze. Alle Ausgaben bestehen aus Feinsilber mit einer Feinheit von 999/1000 und tragen einen geriffelten Münzrand.
- 1/2 oz – kleine Stückelung, ideal für Einsteiger und als Geschenk
- 1 oz – die durchgängig geprägte Standardgröße und beliebteste Wahl (31,103 g, 40,6 mm Durchmesser, Nennwert 1 AUD)
- 2 oz – in jedem Jahr verfügbar, mit größerer Motivfläche
- 5 oz und 10 oz – nur in einzelnen Jahren geprägt, entsprechend selten
- 1/2 kg und 1 kg – schwere Sammlerstücke mit eindrucksvoller Präsenz
- 10 kg – extreme Rarität, nur 2006 und 2007 mit dreistelligen Auflagen
Vollständige Jahrgangsreihen lassen sich vor allem bei den Stückelungen 1 oz, 2 oz und 1 kg zusammenstellen, da nur diese in jedem Jahr geprägt wurden. Die 1-Unzen-Münze ist dabei der klassische Einstieg – wer breiter in physisches Silber investieren möchte, findet in der Kategorie Silbermünzen zahlreiche weitere Serien, ebenso lohnt der Blick auf Silberbarren für den reinen Materialwert.
Ausführungen im Überblick
Die Lunar Serie I erschien überwiegend in der Normalausführung Stempelglanz (Stgl). In deutlich geringerer Auflage kamen zudem die bei Sammlern begehrte Polierte Platte (PP) sowie vergoldete (gilded) und colorierte Varianten hinzu – Letztere finden sich heute in der Kategorie colorierte Silbermünzen.
Auflagen, Seltenheit und Sammlerwert
Der besondere Reiz der Lunar Serie I liegt in ihren vergleichsweise niedrigen Auflagen. Während die spätere Serie II bei der 1-Unzen-Münze ein jährliches Prägelimit von 300.000 Stück erreichte, blieben die tatsächlichen Prägezahlen der Serie I oft deutlich darunter. Der erste Jahrgang 1999 kam in der 1-oz-Variante auf lediglich rund 63.600 Exemplare, bei den späteren Jahrgängen 2009 und 2010 waren es teils nur um die 52.000 bis 56.000 Stück.
Noch dramatischer wird die Seltenheit bei den großen Formaten: Von der 10-Kilogramm-Ausgabe existieren über die gesamte Serie hinweg nur wenige Hundert Stück. Diese Knappheit sorgt dafür, dass zahlreiche Jahrgänge heute einen spürbaren Sammleraufpreis über dem reinen Silberwert tragen. Das unterscheidet die Lunare von reinen Bullion-Klassikern wie dem Wiener Philharmoniker oder dem Maple Leaf, die in Millionenauflagen geprägt werden.
Die Lunar Serie I vereint zwei Welten, die sonst selten zusammenfinden – den greifbaren Materialwert einer Anlagemünze und den Sammelreiz einer zeitlich begrenzten Motivserie.
Wichtig bleibt der nüchterne Blick: Historische Wertentwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft, und Sammleraufpreise können schwanken. Wer den Fokus rein auf den Edelmetallgehalt legt, betrachtet die Serie eher als Teil eines breiter gestreuten Bestands an Anlagemünzen aus Silber.
Echtheitsmerkmale und Prüfung
Gerade weil einzelne Jahrgänge gefragt sind, lohnt ein Blick auf die typischen Echtheitsmerkmale. Die Lunar Serie I bietet mehrere Anhaltspunkte, die eine erste Einschätzung erleichtern:
- Gewicht und Maße – die 1-oz-Münze wiegt exakt 31,103 g bei 40,6 mm Durchmesser und 4 mm Dicke; Abweichungen sind ein Warnsignal.
- Der 120-Punkte-Rahmen – dieses charakteristische Dekor umgibt beide Seiten und ist bei Fälschungen oft ungenau ausgeführt.
- Prägeschärfe – Feinsilber mit 999/1000 zeigt klare, gestochen scharfe Konturen bei Tiermotiv und Schriftzeichen.
- Münzrand – die geriffelte Randgestaltung sollte gleichmäßig und sauber ausgeführt sein.
- Klangprobe und Magnettest – Silber ist nicht magnetisch und besitzt einen typischen hellen Klang.
Bei Kettner Edelmetalle durchläuft jede Münze eine ISO-konforme Echtheitsprüfung, bevor sie in den Versand geht. Für die sichere Aufbewahrung geprüfter Stücke bietet sich passendes Zubehör wie Münzkapseln an, das die empfindliche Oberfläche vor Kratzern und Anlaufen schützt.
Steuerliche Behandlung und Aufbewahrung
Silbermünzen unterliegen in Deutschland anderen steuerlichen Regeln als Anlagegold. Während Anlagegold umsatzsteuerbefreit ist, fällt bei importierten Silbermünzen wie der Lunar Serie I in der Regel die Differenzbesteuerung an – hier wird die Umsatzsteuer nur auf die Handelsspanne des Händlers berechnet, nicht auf den vollen Warenwert. Das hält den effektiven Aufschlag beim Kauf niedriger als bei voller Regelbesteuerung.
Für Privatpersonen gilt zudem die Spekulationsfrist: Wird eine Silbermünze nach mehr als einem Jahr Haltedauer wieder veräußert, bleibt ein möglicher Gewinn steuerfrei. Diese Angaben ersetzen keine steuerliche Beratung, geben aber einen ersten Orientierungsrahmen.
Hinweis zur Aufbewahrung
Feinsilber reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit und Berührung. Für den langfristigen Werterhalt empfehlen sich trockene Lagerung und Schutzverpackungen – etwa Münzkassetten für ganze Jahrgangsreihen oder ein Dosensafe für die diskrete Heimlagerung.
Lunar Serie I im Vergleich zu anderen Serien
Innerhalb der Lunar-Familie markiert die Serie I den Ursprung. Die nachfolgende Lunar Serie II setzte ab 2008 auf deutlich höhere Auflagen und wurde damit zur reinen Massen-Anlagemünze, während die Lunar Serie III seit 2020 mit modernen Sonderausführungen wie High-Relief- und vergoldeten Varianten aufwartet. Sammler schätzen an der ersten Serie gerade die überschaubaren Prägezahlen und den historischen Charme der Pionierausgaben.
Auch thematisch verwandte Tiermünzen der Perth Mint wie der Koala oder international beliebte Serien wie der China Panda mit ihren jährlich wechselnden Motiven sprechen eine ähnliche Sammlergruppe an. Wer Motivserien schätzt, kombiniert die Lunare häufig mit diesen Reihen zu einer thematisch stimmigen Sammlung.
Häufig gestellte Fragen zur Lunar Serie I
Warum beginnt die Lunar Serie I in Silber nicht mit der Ratte? +
Der chinesische Mondkalender startet zwar traditionell mit dem Jahr der Ratte, doch die Silber-Ausgabe der Serie I begann erst 1999 – drei Jahre nach der Gold-Serie. Deshalb ist der Hase das erste Motiv. Die fehlenden Jahrgänge Maus, Ochse und Tiger wurden 2007 nachträglich ausgegeben.
Welche Feinheit hat die Lunar Serie I in Silber? +
Alle Ausgaben der Lunar Serie I bestehen aus Feinsilber mit einer Feinheit von 999/1000. Die 1-Unzen-Münze wiegt 31,103 Gramm bei einem Durchmesser von 40,6 Millimetern und trägt einen geriffelten Münzrand.
Warum sind manche Jahrgänge teurer als der reine Silberwert? +
Die Auflagen der Serie I fielen im Vergleich zu späteren Lunar-Serien und anderen Anlagemünzen niedrig aus. Diese Knappheit führt bei gefragten Motiven und großen Stückelungen zu einem Sammleraufpreis. Historische Wertentwicklungen sind jedoch keine Garantie für die Zukunft.
Worin unterscheidet sich die Lunar Serie I von der Serie II? +
Die Serie I wurde von 1999 bis 2010 mit relativ niedrigen Auflagen geprägt und beginnt mit dem Hasen. Die Lunar Serie II startete 2008 mit dem Jahr der Ratte und deutlich höheren Auflagen von bis zu 300.000 Stück pro Jahr bei der 1-Unzen-Münze. Zudem unterscheiden sich die Tiermotive im Detail.
Wie werden Silbermünzen wie die Lunar Serie I steuerlich behandelt? +
Für importierte Silbermünzen gilt in der Regel die Differenzbesteuerung, bei der die Umsatzsteuer nur auf die Handelsspanne anfällt. Nach mehr als einem Jahr Haltedauer bleibt ein Veräußerungsgewinn für Privatpersonen steuerfrei. Diese Angaben ersetzen keine individuelle Steuerberatung.
Welche Stückelungen der Lunar Serie I gibt es? +
Die Serie erschien in 1/2 oz, 1 oz, 2 oz, 5 oz, 10 oz sowie 1/2 kg, 1 kg und 10 kg. Durchgängig in jedem Jahr geprägt wurden nur die 1-oz-, 2-oz- und 1-kg-Ausgaben – die übrigen Größen nur in einzelnen Jahrgängen, was ihre Seltenheit erhöht.


