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Kettner Edelmetalle

USA: SILVER Act und Edelmetalle als gesetzliches Zahlungsmittel

Silber hat ein bewegtes Jahr hinter sich: Anfang 2026 stieg das Metall bis auf rund 121,62 US-Dollar je Unze und markierte damit ein Allzeithoch – ein aussergewöhnlich starker Schub, wie er nach kräftigen Aufwärtsphasen häufig vorkommt. Seitdem hat sich der Kurs auf einem ruhigeren, tragfähigeren Niveau eingependelt. Genau hier liegt der eigentliche Punkt: Was viele zunächst als starken Rücksetzer lesen, ist bei näherem Hinsehen eine gesunde Bodenbildung – und für alle, die verstehen, was Silber heute wirklich ist, eher eine attraktive Ausgangslage als ein Grund zur Sorge. Das Metall ist gleichzeitig Industrierohstoff, Energiebaustein und Rüstungsgut – und in den USA rücken Gold und Silber zugleich Schritt für Schritt zurück in die Rolle von Geld.

Genau diese Doppelbewegung macht die Lage so bemerkenswert. Auf der einen Seite ein strukturelles Angebotsdefizit, das seit Jahren anhält und sich nicht durch einen Kurssturz auflöst. Auf der anderen Seite ein politisches Umfeld in den USA, in dem ein neues Gesetz die Lager-Infrastruktur für Edelmetalle als Frage der nationalen Sicherheit behandelt – und in dem immer mehr Bundesstaaten Gold und Silber als gesetzliches Zahlungsmittel anerkennen. Dieser Artikel verbindet beide Stränge und ordnet ein, warum die langfristige Investmentthese durch den Preisrutsch nicht geschwächt, sondern eher bestätigt wird.

Gestapelte Silberbarren und Silbermünzen vor dunklem Hintergrund mit angedeutetem politischem Umfeld
Silber bewegt sich zwischen Industrierohstoff, Wertspeicher und – zunehmend – gesetzlichem Zahlungsmittel.

Der Kursrückgang: Was wirklich dahintersteckt

Der Absturz von rund 35 Prozent gegenüber dem Januarhoch hat handfeste, vor allem finanzmarktgetriebene Ursachen. Den Auslöser bildete die Nominierung eines als geldpolitisch restriktiv geltenden neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Fed – in der Folge wurden grosse Long-Positionen rasch aufgelöst, was die Notierung an einem einzigen Handelstag zweistellig einbrechen liess. Hinzu kamen ein starker US-Dollar, gestiegene Zinserwartungen und Gewinnmitnahmen, nachdem Silber 2025 um rund 147 Prozent zugelegt hatte.

Wer hinter die Kursanzeige blickt, sieht ein anderes Bild. Die fundamentale Knappheit ist nicht verschwunden – im Gegenteil. Das Silver Institute erwartet für 2026 das sechste Defizitjahr in Folge: Die Angebotslücke soll auf rund 46,3 Millionen Unzen steigen, gegenüber etwa 40,3 Millionen Unzen im Jahr 2025. Seit 2021 wurden insgesamt rund 762 Millionen Unzen aus oberirdischen Beständen abgezogen, um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu schliessen. Das entspricht in etwa einer kompletten Jahresförderung der weltweiten Minen.

Der zentrale Widerspruch

Der Preis ist gefallen – das Defizit ist gewachsen. Kurse können kurzfristig irrational reagieren. Die Knappheit physischen Silbers tut das nicht: Der Markt zieht seit Jahren Reserven ab, die nicht beliebig nachproduzierbar sind.

Wichtig zu verstehen: Silber fällt zum grossen Teil als Beiprodukt beim Abbau von Kupfer, Blei und Zink an. Steigt der Silberpreis, lässt sich die Förderung deshalb nicht einfach hochfahren – die Produktionsentscheidungen im Bergbau hängen an anderen Metallen. Für 2026 wird lediglich ein Anstieg der Minenproduktion um etwa ein Prozent erwartet. Das reicht bei Weitem nicht, um die Lücke zu schliessen.

Ein Metall mit drei Gesichtern: Industrie, Energie, Verteidigung

Was Silber von vielen anderen Rohstoffen unterscheidet, ist seine Doppelrolle als Industriemetall und Wertspeicher zugleich. Mehr als die Hälfte der weltweiten Nachfrage entfällt auf industrielle Anwendungen – und in mehreren strategischen Feldern wächst dieser Bedarf strukturell, also unabhängig von kurzfristigen Preisschwankungen.

Solarmodul und Mikrochip als Symbol für die industrielle Doppelrolle von Silber
Silber ist der beste elektrische Leiter – und damit in Solarzellen, Chips und Elektronik schwer ersetzbar.

Solarenergie und Elektromobilität

  • Photovoltaik: Solarzellen gehören zu den grössten industriellen Silberverbrauchern. Hochleistungs-Technologien wie TopCon benötigen pro Modul deutlich mehr Silber als ältere Zelltypen – auch wenn die Hersteller bei hohen Preisen aktiv versuchen, den Einsatz je Zelle zu senken.
  • Elektromobilität: Ein Elektrofahrzeug enthält spürbar mehr Silber als ein Verbrenner. Nach Einschätzung des Silver Institute dürfte die Silbernachfrage aus dem Automobilsektor zwischen 2025 und 2031 mit rund 3,4 Prozent pro Jahr wachsen; Elektrofahrzeuge sollen Verbrenner als wichtigste automobile Silberquelle bereits um 2027 überholen.
  • Künstliche Intelligenz: Rechenzentren und Hochleistungschips sind auf Silber als besten elektrischen Leiter angewiesen. Die globale IT-Leistungskapazität ist seit dem Jahr 2000 etwa um das 53-Fache gestiegen – und mit ihr der Bedarf an leitfähigen Materialien.

Verteidigung – das unterschätzte Argument

Silber steckt in Kontakten, Relais, Leiterplatten, Radarsystemen, Drohnen und Lenkflugkörpern. Diese strategische Bedeutung schlägt sich inzwischen in der US-Politik nieder: Die USA haben Silber Ende 2025 offiziell auf die Liste der kritischen Mineralien (Critical Minerals) gesetzt. Das ist mehr als Symbolik – es ordnet das Metall der Versorgungssicherheit zu. Hintergrund ist auch die Marktmacht Chinas, das einen sehr grossen Teil des weltweit raffinierten Silbers kontrolliert und das Metall in seine Exportkontrollen aufgenommen hat.

Das New-York-Problem: alle Eier in einem Korb

Hier verbindet sich die Marktstruktur mit der Politik. Ein strukturelles Risiko, das die meisten Privatanleger nicht kennen: Die von der Terminbörse zugelassenen Edelmetall-Lagerstätten der USA liegen nahezu vollständig im Grossraum New York – historisch innerhalb von rund 150 Meilen um die Stadt. Diese Regel stammt aus den 1970er-Jahren, als New York das Zentrum der US-Finanzwelt war und die Bündelung der Lager die Abwicklung vereinfachte.

Hochsicherheitstresor mit gelagerten Silberbarren als Sinnbild konzentrierter Lagerinfrastruktur
Die Konzentration der zugelassenen Lager im Grossraum New York gilt als Systemrisiko.

Was einst praktisch war, gilt heute als Schwachstelle. Ein einziger regionaler Vorfall – ein schwerer Sturm wie einst Sandy, ein Cyberangriff, ein Anschlag oder ein Infrastrukturausfall – könnte die physische Lieferkette für US-Edelmetall-Futures empfindlich stören. Wie fragil das System ist, zeigte sich, als zu Jahresbeginn 2026 grosse Mengen Silber in die Lager der Terminbörse umgeschichtet wurden und es im Londoner Markt zu einer Liquiditätsenge mit Rekord-Leihzinsen kam.

Der SILVER Act

Genau hier setzt der SILVER Act an – die Abkürzung steht für System Integrity through Licensed Vault Expansion and Resilience Act. Eingebracht wurde der Gesetzentwurf zunächst im März 2026 im Repräsentantenhaus (H.R. 8007), gefolgt von einer überparteilichen Senatsvorlage (S. 4621) der Senatoren Jim Risch (Republikaner, Idaho) und Catherine Cortez Masto (Demokratin, Nevada) im Mai 2026. Am 25. Juni 2026 wurde der Vorstoss zusätzlich als Sicherheits-Zusatz zum Verteidigungshaushaltsgesetz (NDAA für das Haushaltsjahr 2027) eingebracht.

Der Kern des Gesetzes ist nüchtern, die Wirkung weitreichend. Der SILVER Act würde das Commodity Exchange Act so ändern, dass systemrelevante Clearing-Organisationen künftig mindestens zwei zugelassene Lagerstätten je US-Zeitzone – Eastern, Central, Mountain und Pacific – auswählen müssen. Damit kämen erstmals qualifizierte Tresore in Bergbaustaaten wie Nevada, Idaho oder Texas zum Zug. Das Gesetz schreibt kein konkretes Lager vor, sondern etabliert einen transparenten Bewerbungs- und Auswahlprozess mit objektiven Kriterien.

  • Geografische Streuung: Weg von der Konzentration im Nordosten, hin zu einem landesweiten Netz.
  • Wettbewerb und Kosten: Mehr zugelassene Lager bedeuten Druck auf die heute teils maximal zulässigen Lagergebühren.
  • Nationale Sicherheit: Befürworter rahmen die Reform als Schutz kritischer Lieferketten – nicht als blosse Verwaltungsfrage.

Das eigentliche Signal

Wenn der US-Kongress die Lager-Infrastruktur für Edelmetalle als Frage der nationalen Sicherheit behandelt, ist das ein Eingeständnis: Silber gilt als systemrelevant. Auch der Vorsitzende der Aufsichtsbehörde CFTC hat die Ziele des Gesetzes öffentlich unterstützt – ein Hinweis darauf, dass die Reform politischen Rückenwind hat.

Gold und Silber als gesetzliches Zahlungsmittel: die Sound-Money-Welle

Parallel zur Marktreform läuft in den US-Bundesstaaten eine zweite Bewegung – die Rückkehr von Gold und Silber als gesetzliches Zahlungsmittel. Verfassungsrechtlicher Anker ist Artikel I, Abschnitt 10 der US-Verfassung, der den Bundesstaaten erlaubt, Gold- und Silbermünzen als Zahlungsmittel für Schulden anzuerkennen. Diese Klausel wird von der sogenannten Sound-Money-Bewegung als Grundlage genutzt, um Edelmetalle neben dem US-Dollar wieder als Geld zu etablieren.

Den Anfang machte Utah bereits 2011 mit dem Utah Legal Tender Act. Seither sind weitere Staaten gefolgt – je nach Zählung erkennen heute rund ein Dutzend Bundesstaaten US-geprägte Gold- und Silbermünzen als Zahlungsmittel an oder haben Schritte in diese Richtung unternommen, darunter Wyoming, Oklahoma, Arkansas, Louisiana, Idaho und Alabama. Daneben haben zahlreiche Staaten die Verkaufssteuer auf Anlagemünzen und -barren abgeschafft.

Florida und Texas als Schwergewichte

Zwei Entwicklungen ragen heraus, weil sie über rein symbolische Gesten hinausgehen:

  • Florida: Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnete im Mai 2025 ein Gesetz, das Gold- und Silbermünzen mit definierten Feinheitsgraden (99,5 Prozent bei Gold, 99,9 Prozent bei Silber) als Zahlungsmittel anerkennt. Das Gesetz ist auf elektronische Zahlungssysteme ausgelegt und tritt – vorbehaltlich der erforderlichen Ratifizierung – zum 1. Juli 2026 in Kraft. Floridas Vorstoss gilt als einer der umfassendsten auf bundesstaatlicher Ebene.
  • Texas: Mit HB 1056 (2025) baut Texas auf seiner staatlichen Bullion-Lagerstätte (Texas Bullion Depository) auf und plant ein System, das Edelmetallbestände am Verkaufspunkt elektronisch nutzbar macht – mit gestaffelter Einführung und dem Ziel eines voll funktionsfähigen Transaktionssystems bis 2027.

Wichtige Einordnung: In nahezu allen Bundesstaaten bleibt die Annahme freiwillig. Kein Händler ist verpflichtet, Gold- oder Silbermünzen zu akzeptieren – und der US-Dollar bleibt das dominierende Tauschmittel. Auf Bundesebene werden Edelmetalle steuerlich weiterhin als collectibles eingestuft. Die Bedeutung liegt deshalb weniger im Alltag an der Ladenkasse als im Signal: Edelmetalle gewinnen regulatorisch wieder Geld-Charakter.

Wie SILVER Act und Sound-Money zusammenpassen

Auf den ersten Blick wirken die beiden Themen getrennt: hier eine technische Marktreform der Lager-Infrastruktur, dort die Anerkennung als Zahlungsmittel in einzelnen Bundesstaaten. Tatsächlich erzählen beide dieselbe Geschichte aus zwei Richtungen.

  • Von oben: Der Bund stuft Silber als kritisches Mineral ein und der Kongress behandelt die Lager-Infrastruktur als Sicherheitsfrage. Das ist die strategische Aufwertung.
  • Von unten: Bundesstaaten holen Gold und Silber zurück in den Geldbegriff und bauen eigene Lager- und Zahlungsstrukturen. Das ist die monetäre Aufwertung.

Beide Strömungen erhöhen die strukturelle Nachfrage und das institutionelle Interesse an physischem Metall – und beide entstehen vor dem Hintergrund hoher Staatsverschuldung, Inflationssorgen und Debatten um die künftige Rolle des US-Dollars. Genau in dieses Umfeld fällt der aktuelle Preisrückgang.

Die Welt kauft – auch wenn der Kurs fällt

Während westliche Anleger zuletzt teils verkauft haben, ist die globale Nachfrage breit aufgestellt. Das Silver Institute erwartet für 2026 trotz des Preisrutsches eine kräftige Erholung der physischen Investmentnachfrage – getrieben vor allem von den USA, wo der Absatz von Münzen und Barren wieder deutlich anziehen dürfte. Die Nachfrage nach Münzen und Barren insgesamt soll 2026 um rund 18 Prozent steigen.

Bemerkenswert ist die Gleichzeitigkeit der Bewegungen: Industrie und Schmuckhersteller reduzieren bei hohen Preisen ihren Verbrauch, doch Finanzkäufer absorbieren das frei werdende Metall – der Markt bleibt im Defizit. Hinzu kommt die monetäre Wiederentdeckung des Metalls in mehreren Ländern; so erlaubt etwa Indien Banken zunehmend, Silber als Sicherheit zu nutzen. Solche Schritte verlagern Silber von der reinen Industrieware näher an den Status eines Reserveguts.

Was Analysten erwarten

Prognosen sind keine Garantie – das gilt für Edelmetalle wie für jede andere Anlageklasse. Doch die Spannweite der Schätzungen ist aufschlussreich, weil selbst vorsichtige Häuser von einer Erholung über das aktuelle Niveau ausgehen. Metals Focus, der Datenlieferant des Silver Institute, hatte für 2026 einen Durchschnittspreis im Bereich von rund 60 US-Dollar je Unze in Aussicht gestellt; andere Adressen lagen deutlich darüber. Allen Szenarien gemeinsam ist die Begründung: das anhaltende strukturelle Defizit, das auch ein Preisrückgang nicht beseitigt.

Einordnung statt Versprechen

Analystenziele streuen breit und werden regelmässig revidiert. Sie sind ein Stimmungsbild, keine Zusage. Entscheidend für die langfristige These ist nicht ein einzelnes Kursziel, sondern die Frage, ob die Knappheit fortbesteht – und danach sieht es aus.

Was das für Anleger bedeutet

Aus der Verbindung beider Themen ergibt sich ein klares Bild – ohne Renditeversprechen, aber mit nachvollziehbarer Logik:

  1. Kurzfristiger Preis und langfristige Knappheit sind zwei verschiedene Dinge. Der Kurs reagiert auf Zinsen, Dollar und Positionierung; das Defizit folgt langsameren, physischen Kräften.
  2. Die regulatorische Anerkennung wächst. Critical-Mineral-Status, SILVER Act und Sound-Money-Gesetze verschieben Silber näher an den Status eines strategischen und monetären Guts.
  3. Physisches Metall ausserhalb des Bankensystems ist das, was in diesen Debatten am Ende gemeint ist – verwahrt, versichert und unabhängig von einzelnen Handelsplätzen.

Wer einsteigen oder aufstocken möchte, findet bei Kettner Edelmetalle ein breites Sortiment an Silbermünzen und Silberbarren sowie die gesamte Kategorie Silber. Ein Klassiker mit hoher Liquidität ist etwa der 1 Unze Silber Maple Leaf. Wer auch die monetäre Seite im Blick hat, kann den Bogen zu Goldmünzen und Gold schlagen.

Häufige Fragen zum SILVER Act und zu Edelmetallen als Zahlungsmittel

Was genau regelt der SILVER Act?

Der SILVER Act (System Integrity through Licensed Vault Expansion and Resilience Act, H.R. 8007 / S. 4621) würde das US-amerikanische Commodity Exchange Act ändern. Ziel ist es, die starke Konzentration zugelassener Edelmetall-Lagerstätten im Grossraum New York aufzubrechen. Künftig sollen systemrelevante Clearing-Organisationen mindestens zwei zugelassene Lager je US-Zeitzone auswählen. Das Gesetz schreibt kein bestimmtes Lager vor, sondern etabliert einen transparenten Bewerbungsprozess.

Ist der SILVER Act bereits in Kraft?

Nein. Nach dem Stand der hier verwendeten Quellen befindet sich der Entwurf im Gesetzgebungsverfahren. Er wurde im März 2026 im Repräsentantenhaus eingebracht, im Mai 2026 folgte eine überparteiliche Senatsvorlage, und am 25. Juni 2026 wurde er zusätzlich als Zusatz zum Verteidigungshaushaltsgesetz (NDAA 2027) eingereicht. Ein Gesetz wird erst wirksam, wenn beide Kammern eine identische Fassung beschliessen und der Präsident sie unterzeichnet.

In welchen US-Bundesstaaten sind Gold und Silber gesetzliches Zahlungsmittel?

Utah machte 2011 den Anfang. Inzwischen erkennen je nach Zählung rund ein Dutzend Bundesstaaten US-geprägte Gold- und Silbermünzen als Zahlungsmittel an oder haben entsprechende Schritte unternommen – darunter Wyoming, Oklahoma, Arkansas, Louisiana, Idaho, Alabama sowie zuletzt Florida und Texas. Die Annahme ist dabei in der Regel freiwillig; niemand ist verpflichtet, Metall statt Dollar zu akzeptieren.

Kann ich in diesen Staaten meinen Einkauf wirklich mit Silbermünzen bezahlen?

Theoretisch ja, praktisch bleibt es eine Nischenpraxis. Die Gesetze geben Bürgern die Option, Gold- und Silbermünzen für Zahlungen und Schulden zu nutzen, doch Händler müssen dies nicht akzeptieren. Staaten wie Florida und Texas arbeiten zusätzlich an elektronischen Zahlungssystemen, mit denen Edelmetallbestände am Verkaufspunkt nutzbar werden sollen. Im Alltag dominiert weiterhin der US-Dollar.

Warum steigt das Silberdefizit, obwohl der Preis gefallen ist?

Weil Preis und Knappheit unterschiedlichen Kräften folgen. Der Kurs wird kurzfristig von Finanzmärkten getrieben – Zinserwartungen, Dollarstärke, Terminmarkt-Positionierung. Das Defizit dagegen entsteht aus realer Nachfrage (Industrie, Investoren) gegen ein träge wachsendes Angebot. Da ein grosser Teil des Silbers nur als Beiprodukt anderer Metalle anfällt, lässt sich die Förderung nicht einfach hochfahren. Für 2026 wird das sechste Defizitjahr in Folge erwartet.

Warum wurde Silber in den USA als kritisches Mineral eingestuft?

Silber ist als bester elektrischer Leiter in vielen Hochtechnologie- und Verteidigungsanwendungen kaum ersetzbar – von Halbleitern über Solarzellen bis zu Radar- und Drohnentechnik. Zugleich kontrolliert China einen sehr grossen Teil des weltweit raffinierten Silbers. Die Einstufung Ende 2025 als Critical Mineral ordnet das Metall damit der Versorgungssicherheit zu und unterstreicht seine strategische Bedeutung.

Ist der Kursrückgang ein Argument gegen ein Investment?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt von der individuellen Situation ab – dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Aus fundamentaler Sicht ist das Bild jedoch bemerkenswert: Silber ist günstiger als zum Jahresbeginn, das Defizit ist grösser, die geopolitische und regulatorische Bedeutung höher. Wer langfristig denkt, wertet einen niedrigeren Einstandspreis bei unveränderter oder steigender Knappheit eher als Chance denn als Warnsignal.

Dieser Beitrag dient ausschliesslich der Information und allgemeinen Einordnung. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar und enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Edelmetallpreise schwanken; vergangene Entwicklungen sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Ergebnisse. Angaben zu Gesetzentwürfen geben den Stand der recherchierten Quellen wieder.

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