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Kettner Edelmetalle
18.09.2026
05:36 Uhr

2,268 Euro: Diesel-Rekord trotz voller Tanks — und der Staat kassiert

In Österreich hat der Dieselpreis am Mittwoch einen neuen Höchststand erreicht: 2,268 Euro pro Liter im Tagesschnitt, gemeldet von ÖAMTC und E-Control. Der bisherige Rekord aus dem März 2026 mit 2,245 Euro hielt damit nur ein halbes Jahr. Die Begründung der Branche lautet Krieg und angespannte Versorgung — nur: Die Lager sind voll.

Der Experte widerspricht der Knappheits-Erzählung

Ausgerechnet der Autofahrerclub räumt mit dem Mangel-Narrativ auf. Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober sagte dem Radiosender Ö1:

„Es gibt keinen Indikator, dass wir in Österreich wirklich zu wenig Diesel hätten. Die Versorgungslage ist gesichert.“

Die Importe seien nicht eingebrochen, die Raffinerie Schwechat produziere weiter, die Bestände seien gefüllt. Erkennbar sei laut dem Experten vielmehr eine Entkopplung von Rohölnotierungen und Zapfsäulenpreisen — und das nicht erst seit dem Angriff der Huthi auf eine saudische Pipeline. Er fordert eine kritische Prüfung und strengere Regulierung der internationalen Preisnotierungen für Diesel und Super durch die EU-Kommission.

Weltmarkt nervös, Steuerschraube fest

Dass die Nerven am Ölmarkt blank liegen, ist unbestritten. Medienberichten zufolge wurde eine zentrale saudische Ost-West-Pipeline nach Drohnenangriffen abgeschaltet, zwei Raffinerien brannten, der Ölpreis kletterte zeitweise über 100 US-Dollar je Barrel. Analysten hielten laut diesen Berichten auch 120 Dollar für möglich. In Deutschland lagen die Durchschnittspreise Mitte September bei rund 2,39 Euro für Diesel.

Doch ein erheblicher Teil des Preisschocks entsteht nicht am Golf, sondern im Finanzministerium. Die Mineralölsteuer auf Diesel lag vor Einführung der CO2-Bepreisung bei 39,7 Cent je Liter, hinzu kommt nach ÖAMTC-Angaben die schrittweise steigende CO2-Abgabe — 2025 bereits rund 16,5 Cent je Liter Diesel inklusive Mehrwertsteuer. Und auf diese Steuern legt der Fiskus die Umsatzsteuer noch obendrauf.

Ein Mechanismus, der den Staat belohnt

Je teurer der Sprit, desto voller die Staatskasse. Denn die Mehrwertsteuer wächst prozentual mit jedem Cent Aufschlag. Aus Sicht unserer Redaktion ist das der eigentliche Skandal: Während Pendler, Landwirte, Speditionen und Handwerksbetriebe rechnen müssen, ob die Fahrt sich noch lohnt, profitiert der Staat automatisch von der Krise — ohne einen Finger zu rühren.

Die FPÖ verlangt die Abschaffung der CO2-Steuer und eine Halbierung der Mineralölsteuer. Schon im Frühjahr kam hier keine Einigung zustande. Bundeskanzler Christian Stocker hatte im März in Aussicht gestellt, der Preis werde um rund zehn Cent sinken. Der Rekord vom Mittwoch spricht eine andere Sprache.

Was Autofahrern bleibt — und was nicht

Der ÖAMTC rät zum Tanken am Vormittag, zum Meiden von Autobahnstationen, zum Preisvergleich per App und zu vorausschauender Fahrweise. Nützliche Tipps, gewiss. Nur: Sie kurieren Symptome, nicht die Ursache.

Teure Energie wirkt wie eine Steuer auf alles. Transportkosten wandern in Lebensmittelpreise, Baukosten, Handwerkerrechnungen. Wer Kaufkraft verliert, spürt es zuerst beim Tanken — und danach überall. Genau deshalb suchen viele Bürger nach Wertspeichern, die sich politischer Beliebigkeit entziehen. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte gezeigt, dass sie Inflationsphasen überdauern und als Beimischung ein breit gestreutes Vermögen stabilisieren können.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung und spiegelt unsere Meinung sowie die uns vorliegenden Informationen. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen oder fachlichen Rat einholen.

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