
2,45 Euro für Diesel: Klingbeil zeigt auf die Ölkonzerne
Rekord an der Zapfsäule, Panik in Berlin: Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat am 17. September in Wolfsburg schnelle Entlastungen für Autofahrer versprochen – und den Mineralölkonzernen zugleich „Abzocke“ vorgeworfen. Die Entscheidung sei eher eine Frage von Stunden als von Tagen.
Anlass des Auftritts: ein Treffen mit dem VW-Konzernbetriebsrat und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD). Klingbeils Botschaft an die Pendler war knapp formuliert.
„Ich will eine schnelle Entscheidung“ – „Die Spritpreise müssen runter und gerade die Pendlerinnen und Pendler müssen entlastet werden“.
Diesel bei 2,453 Euro – fünfter Benzin-Rekord in Folge
Die Zahlen erklären den Druck. Laut ADAC kostete Diesel am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,453 Euro je Liter – Allzeithoch. Super E10 kletterte auf 2,314 Euro und markierte damit Medienberichten zufolge den fünften Rekord in Serie.
Ursache ist der seit Ende Februar 2026 andauernde Iran-Krieg. Durch die Straße von Hormus floss vor dem Krieg rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls; die Route ist seither stark eingeschränkt. Diesel liegt inzwischen etwa 71 Cent über dem Niveau des letzten Vorkriegstages, Benzin rund 54 Cent.
Für Berufstätige heißt das: Wer monatlich 1.400 Kilometer mit sieben Litern Verbrauch fährt, zahlt nach Berechnungen, die in Medienberichten zitiert werden, rund 69 Euro mehr pro Monat. Bei Benzinfahrern mit 800 Kilometern sind es etwa 34 Euro.
Der ADAC zweifelt – und Berlin sucht nach Ideen
Bemerkenswert: Der ADAC hält die Dimension des Preisanstiegs für nicht gerechtfertigt, insbesondere nicht seit April. Bei vergleichbaren Rohölpreisen und Wechselkursen habe der Sprit früher weniger gekostet, erklärte eine Sprecherin. Ein Überschreiten der Drei-Euro-Marke im Tagesdurchschnitt sieht der Club derzeit nicht – ein Branchenvertreter des Tankstellenverbands warnte gegenüber der „Rheinischen Post“ hingegen, man müsse sich auf Preise um drei Euro einstellen.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat Entlastungen angekündigt, konkret ist bislang nichts. Auf dem Tisch liegen laut Berichten:
- Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 19 auf 7 Prozent (Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, CDU)
- Entlastung beim CO2-Aufschlag (CDU-Abgeordneter Nicklas Kappe)
- Einkommensabhängige Direktauszahlungen, etwa ein Energiegeld – gefordert von den Linken, mit offenen Fragen beim Auszahlungsweg
- Preisdeckel und Übergewinnsteuer, für die Klingbeil wirbt
Wer verdient hier eigentlich am meisten?
Aus Sicht unserer Redaktion ist die Schuldzuweisung an die Konzerne bequem – denn der zweite große Profiteur steigender Preise sitzt in Berlin. Energiesteuer, nationaler CO2-Preis und obendrauf 19 Prozent Mehrwertsteuer auf alles: Je teurer der Liter, desto voller die Staatskasse. Eine Steuersenkung wäre sofort wirksam, eine neue Steuer dagegen erst nach Monaten – und sie senkt keinen einzigen Cent an der Säule.
Hinzu kommt: Wer Klimaziele ins Grundgesetz schreibt und den CO2-Preis planmäßig verteuert, darf sich über hohe Spritpreise nicht wundern. Kritiker sehen darin ein Politikversagen, das Pendler auf dem Land besonders hart trifft.
Ölschocks treiben traditionell auch die Inflation – und damit die Frage, wie Sparer Kaufkraft verteidigen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich historisch als robuste Beimischung zur Absicherung gegen Geldentwertung bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren. Steuerliche Aussagen sind allgemeine Einordnungen und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung.

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