
48 Prozent erwarten das Aus: Wackelt Merz noch in diesem Jahr?
Fast jeder Zweite in Deutschland glaubt nicht mehr daran, dass Friedrich Merz das Jahr im Kanzleramt übersteht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage unter 1611 Befragten: 48 Prozent rechnen damit, dass der 70-jährige CDU-Chef bis Jahresende abgelöst wird. Nur 31 Prozent trauen ihm zu, länger durchzuhalten, 21 Prozent machten keine Angabe.
Die Zahlen fallen mitten in die heißeste Phase vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am Sonntag – zwei Abstimmungen, die aus Sicht vieler Beobachter über die politische Zukunft des Kanzlers entscheiden könnten.
Sachsen-Anhalt war der Dammbruch
Der Absturz hat ein Datum: die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Nach dem vorläufigen Ergebnis kam die AfD dort auf 43,8 Prozent, die CDU stürzte auf 17,2 Prozent – ein historisches Tief in einem Land, das die Union jahrzehntelang als ihr Stammland betrachtete. Medienberichten zufolge verlor die CDU dabei rund 25 Landtagsmandate.
Seither ist in der Partei kaum noch etwas beruhigt. Die acht CDU-Ministerpräsidenten stellten sich in einer gemeinsamen Erklärung demonstrativ hinter Merz – ein Schulterschluss, der in Berlin von manchen weniger als Vertrauensbeweis, sondern eher als Notverband gelesen wird.
Sechs Prozent im Nordosten, Kopf-an-Kopf in Berlin
In Mecklenburg-Vorpommern liegt die CDU in Umfragen nur noch bei sechs bis sieben Prozent. Sie muss also fürchten, aus dem Landtag zu fliegen. In Berlin liefert sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Linken um Platz eins – und könnte das Rote Rathaus verlieren, das sie erst 2023 zurückerobert hatte.
Der Kanzler gibt sich kämpferisch. Nach dem Debakel in Sachsen-Anhalt sagte er:
„Aufgeben ist für mich keine Option“
Am Donnerstag trat Merz erstmals im Berliner Wahlkampf auf. Eine für die kommende Woche geplante Rede vor der UN-Generalversammlung hat er dagegen Berichten zufolge abgesagt – Präsenz in Deutschland scheint ihm derzeit wichtiger als die Weltbühne.
13 Prozent Zufriedenheit – ein Negativrekord
Noch bitterer als die YouGov-Prognose ist die Kurve seiner persönlichen Werte. Im ARD-Deutschlandtrend zeigten sich im Juni 2025, wenige Wochen nach der Vereidigung, noch 39 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden. Anfang September 2026 waren es 13 Prozent – der niedrigste je gemessene Wert für einen amtierenden Bundeskanzler.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein Kommunikationsproblem, sondern eine Quittung. Wer im Wahlkampf verspricht, keine neuen Schulden zu machen, und dann Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe auflegt, wer Migration begrenzen will und Bürger dennoch über sinkende innere Sicherheit klagen hören muss, der verliert Vertrauen – schneller, als Umfragen es abbilden können.
Warum das auch für Sparer relevant ist
Politische Instabilität bleibt selten im Kanzleramt. Sie schlägt auf Investitionsklima, Anleihemärkte und Währungsvertrauen durch. Genau in solchen Phasen erinnern sich viele Bürger daran, dass physisches Gold und Silber keine Wahlperioden kennen und keinen Koalitionsvertrag brauchen – als nüchterne Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen.
Ob Merz den Sonntag politisch übersteht, entscheiden am Ende nicht Umfragen, sondern die Wähler in Schwerin und Berlin. Die Nervosität in der Union dürfte bis dahin weiter steigen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen.

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