Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
15.09.2026
05:16 Uhr

7,3 Milliarden für Putins Gas – und Brüssel legt sich mit dem Ersatz an

Europa will ab Januar 2027 kein russisches Flüssigerdgas mehr – kauft aber gerade in Rekordtempo weiter. Zwischen dem 1. Januar und dem 5. September 2026 flossen nach Berechnungen der Umweltorganisation Urgewald schätzungsweise 7,28 Milliarden Euro europäischer Abnehmer für LNG aus dem russischen Yamal-Projekt. Damit war der geschätzte Wert des gesamten Vorjahres schon nach gut acht Monaten überschritten.

Und während Brüssel den Ausstieg vorbereitet, poltern jene Länder, die einspringen sollen, gegen die europäischen Methanregeln. Eine bemerkenswerte Kombination.

Die Abhängigkeit wächst – kurz vor dem Verbot

Die Zahlen sind unbequem: Von Januar bis August erreichten laut Urgewald 156 Ladungen mit 11,39 Millionen Tonnen aus der Yamal-Anlage europäische Häfen – 10,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Weltweit exportierte das Projekt gleichzeitig 3,1 Prozent weniger.

Folge: Der EU-Anteil an allen Yamal-Ausfuhren kletterte von 78,2 auf 88,9 Prozent. Europa ist damit faktisch zum Hauptkunden jenes Gases geworden, das es politisch loswerden will.

Zur Einordnung: Die 7,28 Milliarden Euro sind kein Rechnungsbetrag, sondern eine Schätzung – Urgewald multiplizierte die Mengen mit dem europäischen Referenzpreis TTF, weil Vertragspreise nicht öffentlich sind. Beim Volumen lag die EU erst bei rund 77 Prozent der Vorjahresmenge. Der Rest ist Preis.

Methanverordnung: Der Bumerang aus Brüssel

Die EU-Methanverordnung ist seit August 2024 in Kraft. Ab 2027 müssen Importeure bei bestimmten Lieferungen belegen, dass Emissionen im Herkunftsland nach vergleichbaren Standards gemessen, gemeldet und unabhängig geprüft werden. Klingt sauber. Ist in der Praxis ein Papierberg.

In den USA speisen zahllose Förderstätten in gemeinsame Pipelines ein, bevor verflüssigt wird – lückenloser Nachweis? Schwierig. Washington und Katar erklärten deshalb, für viele Exporteure gebe es keinen praktikablen Weg; die USA verlangten zeitweise sogar eine zehnjährige Ausnahme. Jetzt melden sich die Emirate. Rainer Seele, Chef des globalen Chemiegeschäfts bei XRG, der internationalen Investmentgesellschaft des Staatskonzerns Adnoc, sagte einer Wirtschaftszeitung:

„Mit der EU-Methanverordnung schneidet sich die EU selbst von relevanten Bezugsquellen ab“

Auch deutsche Importeure warnten bereits: Uniper sprach von möglichen zusätzlichen Kosten, Verzögerungen oder Einschränkungen bei LNG-Importen, Sefe von spürbarer Unsicherheit, der Leipziger Importeur VNG forderte realistisch umsetzbare Regeln. Brüssel empfahl im Juli, von 2027 bis 2029 auf Bußgelder zu verzichten – die Pflichten bleiben, die Empfehlung ist für Behörden und Gerichte nicht bindend. Rechtssicherheit? Fehlanzeige.

Tanker fahren nach Asien – Europa zahlt drauf

Die Energieanalystin Ana Maria Jaller-Makarewicz (IEEFA) hält den Preis für entscheidender als die Verordnung: Frei verfügbare Ladungen würden schon heute nach Asien umgeleitet. Seit dem Iran-Krieg und der Blockade der Straße von Hormus können Katar und die Emirate große Mengen nicht ausführen, US-Ladungen gehen verstärkt nach Osten.

Ihre nüchterne Warnung: Yamal-Gas durch andere Herkünfte zu ersetzen verbessere die Versorgungssicherheit nicht – die Abhängigkeit verlagere sich nur. Im ersten Halbjahr 2026 stammten laut einer norwegischen Studie bereits 81 Prozent der LNG-Importe des EWR aus den USA und Russland.

Und die Rechnung? Zahlt der Verbraucher

Der Umweltökonom Manuel Frondel vom RWI erwartet bei anhaltendem Iran-Krieg höhere Preise; der Wegfall russischer Importe wäre nach seinen Worten „noch ein zusätzlicher Preistreiber“. Entlastungen aus der Staatskasse könne und solle sich der Bund nicht leisten – die Mehrkosten landeten beim Verbraucher, bei Industriebetrieben sogar schneller.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier ein Muster: In Brüssel wird moralisch beschlossen, in Duisburg und Ludwigshafen bezahlt. Wer Energie verteuert, verteuert alles.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Anlageentscheidungen – auch der Aufbau physischer Edelmetallbestände als Beimischung zur Vermögenssicherung – erfordern eigene Prüfung und liegen in der Verantwortung jedes Anlegers.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen