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Kettner Edelmetalle
18.09.2026
05:51 Uhr

9,25 Billionen Dollar: Die Welt misstraut Amerikas Schuldenberg

Das US-Finanzministerium hat am Mittwoch die neuen Daten zu ausländischen Haltern von US-Staatsanleihen vorgelegt. Für den Monat Juli summierten sich die Bestände auf 9,248 Billionen Dollar – und damit 50,4 Milliarden Dollar weniger als im Juni. Im Jahresvergleich steht immer noch ein Plus: Im Juli 2025 waren es 9,109 Billionen Dollar.

Wichtig für die Einordnung: Diese Statistik misst nicht nur Käufe und Verkäufe, sondern auch Kursbewegungen. Steigen die Renditen, fallen die Anleihekurse – und die Bestände schrumpfen rein rechnerisch. Bei US-Renditen, die zuletzt an der Fünf-Prozent-Marke kratzten, ist das alles andere als ein Randeffekt.

Tokio verkauft – und Washington wird nervös

Japan, mit Abstand der größte ausländische Gläubiger Amerikas, reduzierte seine Bestände um 12,8 Milliarden auf 1,1039 Billionen Dollar. Auffällig moderat, denn Ende Juli kaufte Tokio für fast 100 Milliarden Dollar Yen, um die eigene Währung zu stützen. Offenbar griff Japan dafür auf andere Reserven zurück.

Doch die Rechnung ist simpel: Wer dauerhaft Yen kaufen muss, braucht Dollar – und verkauft im Zweifel Treasuries. Genau das will Washington verhindern. Fallende Anleihekurse bedeuten steigende Renditen, steigende Renditen bedeuten teurere Kredite für Amerikas Bürger und einen noch schwereren Schuldendienst.

US-Finanzminister Scott Bessent stützte die japanische Intervention deshalb Ende Juli aktiv mit und drängte Tokio zuletzt zu Zinserhöhungen. Bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus sagte er laut Bloomberg:

„Ein stärkerer Yen bedeutet, dass die japanische Regierung keine US-Vermögenswerte verkaufen muss, um Devisenmarktinterventionen zu finanzieren.“

China baut weiter ab, Frankreich flüchtet

Auch Peking dreht weiter am Hahn. Festlandchina, die Nummer drei unter den Gläubigern, senkte seine Bestände um 15,4 Milliarden auf 618 Milliarden Dollar. Belgien – laut Marktanalysten ein Depotstandort für chinesische Bestände – kam auf 470,7 Milliarden Dollar, ebenfalls weniger.

Ein Blick auf die übrigen Schwergewichte:

  • Großbritannien: plus 58,4 Milliarden auf 998,3 Milliarden Dollar
  • Frankreich: minus 41,5 Milliarden auf 348,4 Milliarden Dollar
  • Kanada: minus 33,3 Milliarden auf 426,3 Milliarden Dollar

Indien kauft – aus ganz eigenem Kalkül

Gegen den Trend stemmt sich Indien. Die Nettokäufe stiegen Bloomberg zufolge von 3,39 Milliarden im Juni auf 15,2 Milliarden Dollar im Juli – der höchste Bestand seit zehn Monaten. Hintergrund seien massive Kapitalzuflüsse über ein Sonderprogramm der Reserve Bank of India, das Anfang Juni startete und bis Ende Juli 40,8 Milliarden Dollar einsammelte.

Weil die dabei genutzten Swaps Dollar-Verbindlichkeiten schufen, dürfte die Notenbank die Mittel in Dollar-Anlagen geparkt haben, erklärte ein in Singapur ansässiger Asien-Stratege. Die Zuflüsse aus der Fazilität seien inzwischen auf 136 Milliarden Dollar gestiegen.

Was das für Sparer bedeutet

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Statistik vor allem eines: Das Vertrauen in die scheinbar sicherste Anlage der Welt ist keine Naturkonstante. Die Fed hat unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh Mitte September erstmals seit Jahren den Leitzins wieder angehoben, die zehnjährige Rendite kletterte Medienberichten zufolge über fünf Prozent – ein Niveau wie zuletzt 2007.

Wenn Staaten ihre Reserven neu sortieren, geraten Papierversprechen unter Druck. Physisches Gold und Silber kennen dagegen kein Emittentenrisiko – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben sie ein nüchternes Argument gegen Schuldenberge.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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