
Bargeld unter Beschuss: Verbände schlagen Alarm und fordern Schutzgesetz
Die schleichende Abschaffung des Bargelds nimmt bedrohliche Ausmaße an. Ein mächtiges Bündnis aus 14 Verbraucherschutz-, Sozial- und Wirtschaftsverbänden hat sich nun in Berlin zusammengefunden, um der Bundesregierung unter dem Motto „Bargeld muss bleiben!" einen unmissverständlichen Appell zu überreichen. Was auf den ersten Blick wie eine technische Debatte über Zahlungsmittel erscheint, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als fundamentale Frage der bürgerlichen Freiheit und gesellschaftlichen Teilhabe.
Die stille Enteignung der Bürger
Die Realität in deutschen Geschäften und Dienstleistungsbetrieben spricht eine deutliche Sprache. Selbstbedienungskassen, die ausschließlich Kartenzahlung akzeptieren, werden zur Normalität. Bahnfahrkarten oder Schwimmbadtickets lassen sich vielerorts nur noch mit erheblichem Mehraufwand bar erwerben. Was hier geschieht, ist nichts weniger als eine schleichende Entmündigung des Verbrauchers – und das in einem Land, dessen Grundgesetz die freie Entfaltung der Persönlichkeit garantiert.
Besonders alarmierend: Die Infrastruktur für den Bargeldverkehr bröckelt in atemberaubendem Tempo. Die Zahl der Bankfilialen hat sich in den vergangenen 23 Jahren mehr als halbiert. Geldautomaten verschwinden aus dem Straßenbild wie Schnee in der Frühlingssonne. Wer auf dem Land lebt, muss mittlerweile weite Wege zurücklegen, um überhaupt an sein eigenes Geld zu kommen. Seit dem 1. Januar 2026 hat die Postbank zudem die Barauszahlung von Sozialleistungen per Scheck eingestellt – ein Schlag ins Gesicht der Schwächsten unserer Gesellschaft.
Wer am meisten leidet
„Das sind keine Luxusfragen – das sind Fragen des Alltags und der Würde", brachte es Michael David von der Diakonie auf den Punkt. Und er hat recht. Die Leidtragenden dieser Entwicklung sind nicht etwa wohlhabende Großstädter mit ihren schicken Smartphones und Kreditkarten. Es sind die Verletzlichsten unserer Gesellschaft:
Menschen mit negativem SCHUFA-Eintrag, denen der Zugang zu digitalen Zahlungsmitteln verwehrt bleibt. Wohnungslose, die trotz des theoretischen Rechts auf ein Basiskonto in der Praxis von Banken abgewiesen werden. Kinder und Jugendliche, für die Bargeld das einzige Mittel zur gesellschaftlichen Teilhabe darstellt. Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, die mit der digitalen Zahlungswelt überfordert sind oder schlicht keinen Zugang dazu haben.
Der iberische Weckruf
Wer glaubt, die Abhängigkeit von digitalen Zahlungssystemen sei ein theoretisches Problem, wurde am 28. April 2025 eines Besseren belehrt. Als ein massiver Stromausfall über 50 Millionen Menschen auf der Iberischen Halbinsel traf, brachen die digitalen Zahlungssysteme zusammen wie ein Kartenhaus. Kartenzahlungen gingen um über 40 Prozent zurück, der Online-Handel kollabierte um mehr als die Hälfte. Nur Bargeld funktionierte – zuverlässig, unabhängig, krisenfest.
Die Europäische Zentralbank hat diese Lektion verstanden. EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone betont in seiner Analyse unmissverständlich, dass Euro-Banknoten und -Münzen auch künftig eine „entscheidende Rolle als zuverlässiges Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel" spielen werden. Die zunehmende Verbreitung von „No Cash"-Praktiken im Einzelhandel sei „grundlegend unvereinbar mit dem Status von Euro-Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel".
Schweden als warnendes Beispiel
Die Verbände warnen eindringlich vor einem Teufelskreis: Weniger Zugangsmöglichkeiten führen zu sinkender Nutzung, was wiederum das Angebot weiter einschränkt. Am Ende dieser Spirale steht die faktische Abschaffung des Bargelds – mit verheerenden Folgen für Millionen Bürger. Dass ein aufwendiger Wiederaufbau der Bargeldinfrastruktur dann notwendig würde, zeigt das Beispiel Schweden, wo man mittlerweile verzweifelt versucht, die voreilig abgeschaffte Bargeldversorgung wiederherzustellen.
Die Forderungen des Bündnisses sind klar und vernünftig: Ein Gesetz soll sicherstellen, dass Bargeld grundsätzlich als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Alle Menschen sollen kostenfrei und barrierefrei in angemessener Nähe Zugang zu Bargeld haben. Es sind keine revolutionären Forderungen – es ist schlicht der Schutz dessen, was selbstverständlich sein sollte.
Eine Frage der Freiheit
Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag versprochen, Bargeld zu erhalten und Wahlfreiheit für Verbraucher zu ermöglichen. Nun ist es an der Zeit, diesen Worten Taten folgen zu lassen. Denn wer das Bargeld abschafft, schafft nicht nur ein Zahlungsmittel ab – er schafft ein Stück Freiheit ab. Die totale Überwachung aller Transaktionen, die vollständige Abhängigkeit von funktionierender Technik und wohlwollenden Banken: Das ist keine Zukunftsvision, das ist eine Dystopie.
In Zeiten, in denen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisensichere Wertaufbewahrungsmittel wieder verstärkt nachgefragt werden, zeigt sich einmal mehr: Greifbare, physische Werte bieten eine Sicherheit, die kein digitales System garantieren kann. Wer sein Vermögen diversifizieren und gegen Krisen absichern möchte, sollte neben Bargeldreserven auch über die Beimischung von Edelmetallen in sein Portfolio nachdenken.

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