
Berlin vor dem Linksrutsch: CDU verliert, AfD auf Platz drei!
Drei Tage vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus liefert die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF ihre letzte Projektion – und die dürfte in der CDU-Zentrale für langes Grübeln sorgen. Die Linke führt mit 22 Prozent, die CDU folgt mit 20 Prozent, die AfD liegt mit 18 Prozent auf Platz drei. Gewählt wird am Sonntag, dem 20. September.
Zwei Verlierer, zwei Gewinner
CDU und Linke büßen laut der Erhebung jeweils einen Punkt gegenüber der Vorwoche ein. Die AfD verbessert sich leicht, die SPD von Spitzenkandidat Steffen Krach klettert wieder auf 12 Prozent. Die Grünen stehen bei 15 Prozent – der Traum vom ersten Platz ist damit wohl ausgeträumt.
Spannend wird es am unteren Rand: Das BSW wird auf vier Prozent taxiert. Ein Einzug wie zuletzt in Sachsen-Anhalt ist damit nicht ausgeschlossen, aber alles andere als gesichert. Alle übrigen Parteien, die FDP eingeschlossen, kommen zusammen auf neun Prozent.
Kandidaten, die kaum jemand will
Bei der fiktiven Direktwahl des Regierenden Bürgermeisters liegt Elif Eralp (Linke) mit 25 Prozent knapp vor Stefan Evers (CDU) mit 24 Prozent. Werner Graf (Grüne) erreicht 12 Prozent. Bemerkenswert: 20 Prozent der Befragten lehnen alle drei ab, weitere 19 Prozent trauen sich kein Urteil zu.
Das ist bemerkenswert dünner Rückhalt für die Bewerber um das Rote Rathaus. Die Vorwoche zeigte ein ähnliches Bild: Laut ZDF-Politbarometer kannte damals ein Viertel der Berliner die Spitzenkandidaten nicht gut genug, um sie zu bewerten. Ein Wahlkampf der Leidenschaft ist das nicht.
Wie tief die CDU gefallen ist
Ein Blick zurück macht das Ausmaß deutlich: Bei der Wiederholungswahl 2023 holte die CDU noch 28,2 Prozent, SPD und Grüne je 18,4 Prozent, die Linke 12,2 Prozent, die AfD 9,1 Prozent. Die Christdemokraten hätten demnach binnen dreier Jahre rund acht Punkte verloren – während die Linke ihr Ergebnis fast verdoppeln könnte.
Hinzu kommt personelle Unruhe: Medienberichten zufolge hatte der amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner seine Spitzenkandidatur zurückgezogen, Finanzsenator Stefan Evers übernahm kurzfristig – wenige Wochen vor der Wahl. Gegen SPD-Kandidat Krach wurde mitten im Wahlkampf ein Ermittlungsverfahren bekannt; es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
Am Ende entscheiden SPD und Grüne
Der Sieger der Wahlnacht wird Berlin nicht zwingend regieren. Rechnerisch tragfähig erscheinen derzeit nur zwei Bündnisse: eine Kenia-Koalition aus CDU, Grünen und SPD – oder Rot-Grün-Rot unter Führung der Linken. Der schwarz-rote Senat hätte laut Projektion keine Mehrheit mehr.
Heißt: Zwei Parteien mit 15 und 12 Prozent entscheiden, wer im Roten Rathaus sitzt. Aus Sicht unserer Redaktion ist das ein Lehrstück über die Realität deutscher Koalitionsarithmetik – der Wählerwille wird zur Verhandlungsmasse.
Für Berliner Eigentümer, Mieter und Unternehmer geht es dabei um mehr als Posten: Mietendeckel, Enteignungsdebatten und eine notorisch klamme Landeskasse stehen auf dem Spiel. Wer sein Vermögen unabhängig von politischen Mehrheiten absichern will, setzt traditionell auch auf Sachwerte wie physisches Gold und Silber – als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Er spiegelt unsere Einordnung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











