
Deutschlands Industrie im freien Fall: Der Auftragseinbruch entlarvt das Versagen einer ganzen Politikergeneration
Es ist ein Schock, der eigentlich keiner mehr sein dürfte. Die Auftragsbücher der deutschen Industrie leeren sich nicht etwa langsam – sie kollabieren. Und zwar doppelt so heftig, wie es die Ökonomen in ihren beruhigenden Prognosen noch verkündet hatten. Während die von Reuters befragten Fachleute mit einem Rückgang von zwei Prozent kalkulierten, lieferte das Statistische Bundesamt die ernüchternde Realität: minus 3,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Wer noch immer glaubt, Deutschland sei ein robuster Wirtschaftsstandort, sollte sich diese Zahlen tätowieren lassen.
„Tief im Rezessionsbereich“ – die ungeschminkte Wahrheit
Der Chefökonom der Commerzbank, Jörg Krämer, fand auf der Plattform X deutliche Worte. Der Einkaufsmanager-Index für den Euroraum sei den dritten Monat in Folge eingebrochen und liege nun, so seine Formulierung, „tief im Rezessionsbereich“. Der hohe Ölpreis fordere seinen Tribut, mahnte er. Doch wer ehrlich ist, weiß: Der Ölpreis ist nicht die Ursache, sondern bestenfalls der letzte Tropfen, der ein längst überlaufendes Fass zum Überquellen bringt.
Besonders dramatisch fällt der Blick auf die Auslandsaufträge aus. Sie sackten um satte 4,2 Prozent ab. Innerhalb der Euro-Zone brach die Nachfrage sogar um katastrophale 11,1 Prozent ein. Eine Zahl, die schmerzt – und die ein vernichtendes Zeugnis über den Zustand eines Wirtschaftsraumes ausstellt, der einst der Stolz Europas war.
Der industrielle Kern blutet aus
Wer sich die einzelnen Branchen ansieht, dem wird angst und bange. Die Automobilindustrie verzeichnete ein Minus von 5,3 Prozent, die Hersteller elektrischer Ausrüstung gar einen Absturz von 16,3 Prozent, und der traditionsreiche Maschinenbau musste 7,4 Prozent Federn lassen. Es ist eben kein punktuelles Problem mehr – es ist ein flächendeckendes Siechtum.
„Jetzt geht es an den industriellen Kern unseres Landes, an die Automobilindustrie und ihre Zulieferer, an den Maschinen- und den Anlagenbau. Ihr Geschäftsmodell steht infrage.“
Diese Worte stammen von Udo Dinglreiter, dem Vorsitzenden des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall. Er sprach im Interview mit der Zeit von einer „katastrophalen Stimmung“. Seit 2019 – man lese und staune – verzeichne Deutschland kein Wachstum mehr. Und während Berlin sich in Debatten über Gendersternchen, Klimaneutralität im Grundgesetz und 500-Milliarden-Schuldenprogramme verliert, gingen in dieser Zeit 300.000 Industriearbeitsplätze verloren. Jeden Monat, so der Verbandschef, kämen weitere 10.000 hinzu.
Schlimmer als die Finanzkrise?
Dinglreiter warnte, die aktuelle Krise könne verheerender ausfallen als die Finanzkrise oder der wirtschaftliche Absturz infolge der Corona-Maßnahmenpolitik. Der entscheidende Unterschied: Jene Krisen seien bald überwunden gewesen. Diesmal handle es sich um etwas Fundamentaleres. Große Unternehmen verlagerten Produktion und sogar ihre Entwicklungsabteilungen ins Ausland, der Mittelstand hingegen, so der bittere Befund, „sterbe leise“.
Man muss es so deutlich sagen: Das nennt man Deindustrialisierung. Und sie ist kein Naturereignis, sondern das hausgemachte Ergebnis einer Politik, die jahrelang die Falschen subventionierte, die Energiepreise durch ideologische Experimente in die Höhe trieb und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Altar grüner Träumereien opferte.
Der Iran-Krieg als willkommener Sündenbock
Interessant ist ein Detail, das Krämer offen ausspricht. Viele Volkswirte, die vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs noch viel zu optimistische Wachstumsprognosen veröffentlicht hatten, nutzten den hohen Ölpreis nun als bequemen Vorwand, ihre Zahlen nachträglich zu korrigieren. Mit anderen Worten: Man sucht nach externen Schuldigen, um die hausgemachten Probleme nicht benennen zu müssen. Ein altes Spiel, das in Berlin zur Perfektion getrieben wurde.
Auch das Ifo-Institut sieht keine Besserung am Horizont. Im Mai berichteten 15,9 Prozent der Betriebe von Problemen bei der Versorgung mit Vorprodukten – im April waren es noch 13,8 Prozent. Klaus Wohlrabe vom Ifo-Zentrum geht davon aus, dass die Lieferketten angespannt blieben. Die deutsche Wirtschaft, so Krämers düstere Prognose, dürfte im zweiten Quartal erneut schrumpfen.
Was bleibt dem Bürger?
Während Industrie und Mittelstand ausbluten, während Arbeitsplätze ins Ausland abwandern und die Substanz unseres einstigen Wohlstandes Stück für Stück erodiert, stellt sich für den vorausschauenden Bürger eine entscheidende Frage: Worauf kann man sich in diesen Zeiten noch verlassen? Papierversprechen und schuldenfinanzierte Sondervermögen jedenfalls nicht. Wenn ganze Volkswirtschaften ins Wanken geraten und die Politik mit immer neuen Milliardenprogrammen die Inflation befeuert, haben physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrtausende bewiesen, dass sie ihren Wert behalten, wenn rundherum vieles zerbröselt. Sie kennen keinen Insolvenzantrag und keine Bilanzfälschung – sie sind schlicht da.
Für ein gesundes, breit gestreutes Vermögensportefeuille kann eine Beimischung physischer Edelmetalle daher ein sinnvoller Baustein zur Vermögenssicherung sein – gerade in Zeiten, in denen die Verlässlichkeit politischer Versprechen gegen null tendiert.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion sowie den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für etwaige Verluste übernehmen wir keinerlei Haftung.
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