
Feuer in der Nacht: AfD-Auto in Darmstadt komplett ausgebrannt
In Darmstadt ist in der Nacht zum Samstag ein Fahrzeug des AfD-Kreisverbands vollständig ausgebrannt. Nach Angaben des hessischen Landesverbands entstand ein Schaden von rund 3.000 Euro. Ein daneben abgestelltes Auto wurde von den Flammen ebenfalls erfasst.
Polizei und Feuerwehr bestätigten den Fahrzeugbrand. Bemerkt worden sei er am Samstagmorgen gegen 4.25 Uhr. Zur Ursache lägen den Behörden nach eigenen Angaben bislang keine Hinweise vor — die Ermittlungen dauern an.
Partei spricht von Brandanschlag — und lobt 10.000 Euro aus
Die AfD selbst geht von einem gezielten Angriff aus. Robert Lambrou, Co-Landeschef der Partei in Hessen, sprach von erschreckenden Bildern und warf den bislang unbekannten Verursachern vor, sie hätten das Ausbrennen eines fremden Autos billigend in Kauf genommen.
"Damit zeigen sie nicht nur, wie skrupellos sie gegen Andersdenkende vorgehen, sondern auch, dass ihnen Kollateralschäden egal sind."
Wer auf diese Weise Angst verbreite, dürfe nicht ungestraft davonkommen, so Lambrou weiter. Die Partei hat eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen. Rechtlich gilt bis zum Beweis des Gegenteils: Es gibt keine Verdächtigen, und die Brandursache ist offiziell ungeklärt.
Die Zahlen hinter dem Einzelfall
Doch dieser Fall steht nicht im luftleeren Raum. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage geht hervor, dass die Polizei im Jahr 2025 insgesamt 5.140 Angriffe gegen Repräsentanten der im Bundestag vertretenen Parteien registriert hat.
- AfD: 1.852 Straftaten gegen Parteirepräsentanten und Mitglieder
- CDU: 1.171 Fälle
- Grüne: 1.005 Fälle
- Zusätzlich 845 Delikte gegen Parteigebäude und -einrichtungen, davon 239 gegen die AfD
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums erreichte die politisch motivierte Kriminalität 2025 mit rund 85.837 erfassten Straftaten einen neuen Höchststand. Ein Plus von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr — auf einem Niveau, das es in der Geschichte dieser Statistik noch nie gab.
Wenn der politische Streit die Straße erreicht
Aus Sicht unserer Redaktion ist das der eigentliche Alarmruf: Nicht die Frage, welche Partei betroffen ist, sondern die Erosion einer Selbstverständlichkeit. In einer freien Gesellschaft wird mit Argumenten gestritten, nicht mit Brandbeschleuniger.
Politische Gewalt trifft in Deutschland Mandatsträger quer durch das Parteienspektrum — von Wahlkämpfern, die beim Plakatieren attackiert werden, bis zu beschmierten Bürgerbüros. Kritiker mahnen seit Jahren, dass die zunehmende Verrohung der Debatte irgendwann ihren Preis fordere. Wer politische Gegner nur noch als Feinde begreift, senkt die Hemmschwelle für andere.
Für den Rechtsstaat heißt das: konsequent ermitteln, unabhängig davon, gegen wen sich eine Tat richtet. Alles andere untergräbt genau jenes Vertrauen, das Demokratien am Leben hält. Ob im Darmstädter Fall tatsächlich vorsätzlich Feuer gelegt wurde, müssen nun die Ermittler klären.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.
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