
KORREKTURHINWEIS: In einer früheren Version dieses Artikels wurde fälschlicherweise eine Person mit den Ermittlungen in Verbindung gebracht. Wir stützten uns dabei auf Medienberichte, die diese Fehlinformation enthielten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat ausdrücklich klargestellt, dass diese Person kein Beschuldigter ist und ihr keinerlei Vorwürfe gemacht werden. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.
Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank: Ermittler schlagen kurz vor Bilanzvorlage zu
Das Timing hätte kaum ungünstiger sein können – oder war es vielleicht sogar Absicht? Ausgerechnet einen Tag vor der mit Spannung erwarteten Bilanzpräsentation für das Geschäftsjahr 2025 rückten Beamte des Bundeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft Frankfurt bei Deutschlands größtem Geldhaus an. Die Deutsche Bank steht erneut im Zentrum von Geldwäsche-Ermittlungen.
Durchsuchungen in Frankfurt und Berlin
Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt am Main koordiniert die Ermittlungen gemeinsam mit dem BKA. Beschuldigt werden nach offiziellen Angaben „unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter" des Instituts. Im Kern geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.
Die Staatsanwaltschaft hüllt sich erwartungsgemäß in Schweigen, was die Details betrifft. Zu den Hintergründen der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank abgewickelten Transaktionen und deren Umfang könne man keine weiteren Angaben machen, ließ ein Sprecher verlauten.
Verspätete Verdachtsmeldungen im Fokus
Im Zentrum der Ermittlungen steht der Vorwurf, die Bank habe Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu Firmen verspätet an die zuständigen Behörden weitergeleitet. Ein schwerwiegender Vorwurf, der das ohnehin angekratzte Image des Instituts weiter beschädigen dürfte.
Die Deutsche Bank selbst bestätigte die Durchsuchungen knapp und schmallippig. Man arbeite „vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen" und bitte um Verständnis, dass man sich darüber hinaus nicht äußern könne. Eine Standardfloskel, die man in solchen Fällen nur allzu gut kennt.
Falschberichterstattung sorgt für zusätzliche Brisanz
Doch die Razzia selbst war nicht die einzige Schlagzeile. In der ersten Berichterstattung über die Durchsuchungen wurde eine prominente Person fälschlicherweise mit den Ermittlungen in Verbindung gebracht – ein Vorgang, der die Problematik unsauberer Recherche in der heutigen Medienlandschaft eindrücklich vor Augen führt.
Die zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt stellte ausdrücklich klar, dass diese Person weder Beschuldigter ist noch ihr in dieser Angelegenheit irgendwelche Vorwürfe gemacht werden. Dennoch verbreiteten sich die falschen Anschuldigungen rasant durch die Medienlandschaft.
Der Anwalt der betroffenen Person reagierte mit einer klaren Pressemitteilung, die auch auf X verbreitet wurde:
„Die für die Durchsuchungen und Ermittlungen bei der Deutschen Bank zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt hat bestätigt, dass Herr Abramowitsch in Zusammenhang mit den Verfahren, in denen die Durchsuchungen stattfanden, kein Beschuldigter ist und dass ihm in dieser Angelegenheit auch keinerlei Vorwürfe gemacht werden. Gegen sämtliche unsubstantiierten Medienberichte, die den Namen von Herrn Abramowitsch gleichwohl mit diesem Fall in Verbindung gebracht haben, werden rechtliche Schritte eingeleitet."
Die falschen Berichte, die auf haltlosen Spekulationen einer unsauber recherchierenden Zeitung beruhten, führten bereits zu rechtlichen Schritten. Mehrere Medien haben ihre Berichterstattung inzwischen korrigiert und die fälschliche Namensnennung entfernt. Ein Beispiel dafür, wie schnell in der heutigen Medienlandschaft Spekulationen zu vermeintlichen Fakten werden – und welche Folgen unsaubere Recherche haben kann.
Ein Déjà-vu für das Geldhaus
Wer die Geschichte der Deutschen Bank in den vergangenen Jahren verfolgt hat, dem dürfte diese Nachricht wie ein unangenehmes Déjà-vu vorkommen. Bereits Ende April 2022 durchsuchten Ermittler von Staatsanwaltschaft, BKA und der Finanzaufsicht BaFin die Frankfurter Zentrale des Instituts. Die Vorwürfe damals wie heute: mangelnde Sorgfalt beim Thema Geldwäsche und verspätete Verdachtsanzeigen.
Die Konsequenzen waren seinerzeit erheblich. Die BaFin schickte der Bank einen Sonderbeauftragten ins Haus, der die Fortschritte beim Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung überwachen sollte. Ein demütigender Aufpasser für ein Institut, das sich gerne als Flaggschiff der deutschen Finanzwirtschaft präsentiert.
Systemisches Versagen oder Einzelfälle?
Die wiederkehrenden Probleme werfen grundsätzliche Fragen auf. Handelt es sich um bedauerliche Einzelfälle in einem komplexen Geschäftsumfeld? Oder offenbart sich hier ein systemisches Versagen in den Compliance-Strukturen des größten deutschen Geldhauses? Die Häufung der Vorfälle lässt zumindest Zweifel aufkommen, ob die internen Kontrollmechanismen tatsächlich so robust sind, wie man es von einem Institut dieser Größenordnung erwarten dürfte.
Was bedeutet das für Sparer und Anleger?
Für Anleger und Sparer ist diese Entwicklung einmal mehr ein Weckruf. In Zeiten, in denen selbst die vermeintlich solidesten Finanzinstitute immer wieder in Skandale verwickelt werden – und in denen Medien mitunter vorschnell unbelegte Anschuldigungen verbreiten – gewinnt die Frage nach sicheren Anlageformen neue Brisanz.
Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bieten hier eine zeitlose Alternative – frei von Gegenparteirisiken und unabhängig von den Verfehlungen einzelner Bankhäuser. Während Bankbilanzen durch Skandale erschüttert werden können, behalten physische Werte ihre Substanz. Eine Überlegung, die gerade in turbulenten Zeiten an Bedeutung gewinnt

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