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Kettner Edelmetalle
17.09.2026
13:48 Uhr

Gipfel der Supermächte: Zölle, Seltene Erden – und die Taiwan-Frage

Am Donnerstag kommender Woche treffen sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington. Auf der Agenda: Zölle, Agrarexporte, kritische Rohstoffe, Künstliche Intelligenz – und im Hintergrund die brisanteste Frage von allen: Taiwan. Für die deutsche Exportwirtschaft hängt an diesem Termin mehr, als vielen in Berlin bewusst sein dürfte.

Kein Mega-Deal – sondern Schadensbegrenzung

Ein großer Wurf ist offenbar nicht geplant. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte bereits Anfang September gegenüber dem Sender Fox News, Washington strebe keinen „riesigen umfassenden Handelsvertrag“ mit Peking an, sondern wolle die Beziehungen lediglich steuern.

Konkret verhandeln beide Seiten nach chinesischen Angaben über gegenseitige Zollsenkungen für nicht sensible Waren im Umfang von jeweils rund 30 Milliarden Dollar. Zusätzlich soll ein bilaterales „Board of Trade“ entstehen, das weitere Erleichterungen vorbereitet.

Hinzu kommt die Landwirtschaft. China hat sich im bestehenden Abkommen verpflichtet, jährlich mindestens 17 Milliarden Dollar an US-Agrarprodukten abzunehmen. Für Trump ist das Wählerpolitik in Reinform – für Peking ein billiges Zugeständnis, das die eigene Technologiestrategie unangetastet lässt.

Chinas härtestes Druckmittel: die Seltenen Erden

Deutlich unangenehmer wird es bei den kritischen Rohstoffen. China dominiert Förderung und – noch entscheidender – die Verarbeitung Seltener Erden. Besonders heikel ist Yttrium, das in Luft- und Raumfahrt, bei Halbleitern und für Triebwerksbeschichtungen gebraucht wird.

Medienberichten zufolge hätten einzelne chinesische Lieferanten US-Kunden seit Anfang August aus Sorge vor politischen Konsequenzen nicht mehr belieferten. Washington will deshalb verlässlichere Exportgenehmigungen – Peking dürfte dafür einen Preis verlangen.

Und die Uhr läuft: Die Aussetzung der chinesischen Exportkontrollen endet Berichten zufolge am 10. November. Peking wolle die Pause möglichst bis zum Ende von Trumps Amtszeit im Januar 2029 verlängern, Washington bevorzuge dagegen lediglich sechs Monate. Wer hier auf Zeit spielt, verhandelt aus der stärkeren Position.

Milliarden für den Vorratskeller

Dass die USA ihre Abhängigkeit kennen, zeigt „Project Vault“: ein Berichten zufolge im Februar 2026 aufgelegtes öffentlich-privates Programm über rund 12 Milliarden Dollar zur Bevorratung Seltener Erden. Lager füllen ist jedoch keine Industriepolitik – Verarbeitungskapazität entsteht dadurch nicht.

KI-Rüstungskontrolle und der Schatten über Taiwan

Erstmals soll auch militärische Künstliche Intelligenz Thema werden. US-Finanzminister Scott Bessent signalisierte Gesprächsbereitschaft über gemeinsame KI-Risiken. Sicherheitsexperten beider Länder warnen davor, dass autonome Systeme eine Krise unbeabsichtigt eskalieren könnten – etwa durch Störungen nuklearer Frühwarn- und Kommandonetze. Gefordert werden menschliche Letztentscheidung bei Atomwaffen und ein direkter Krisen-Draht.

Über allem steht Taiwan. Taiwanische Fachleute erwarten laut Berichten eher rhetorische Bekräftigungen als echte Verhandlungen. Gleichwohl wächst bei US-Verbündeten in Asien die Sorge, Taiwan könne zur Verhandlungsmasse werden. Eine solche Vereinbarung ist bislang nicht bekannt.

Was das für Deutschland bedeutet

Deutschland sitzt in diesem Spiel nur auf der Zuschauerbank – abhängig von chinesischen Rohstoffen, amerikanischen Märkten und einer Industriepolitik, die Kritiker seit Jahren als naiv bezeichnen. Wenn zwei Großmächte Lieferketten als Waffe begreifen, werden Vermögenswerte ohne Gegenparteirisiko interessant. Physisches Gold und Silber haben in solchen Phasen historisch ihre Rolle als Versicherung gegen politische Willkür bewiesen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Wir geben keine Empfehlungen zu einzelnen Finanzprodukten. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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