
Gold schlägt zurück: Ölpreis-Sturz rettet das Edelmetall vor dem Fed-Hammer
Erst der Zinsschock, dann die Gegenwehr: Nach der ersten Leitzinserhöhung der US-Notenbank seit 2023 hat sich der Goldpreis am Donnerstag kraftvoll erholt. In London kletterte das Edelmetall um 2,5 Prozent auf 4.368,91 US-Dollar je Feinunze, zeitweise waren es sogar 2,8 Prozent und über 4.380 Dollar. Damit endete eine dreitägige Talfahrt – ausgelöst durch einen einbrechenden Ölpreis.
Die Fed dreht die Zinsen wieder nach oben
Was in Washington beschlossen wurde, ist eine historische Wende. Die Federal Reserve hob den Leitzins am Mittwoch einstimmig um einen Viertelpunkt an – Berichten zufolge auf ein Zielband von 3,75 bis 4,00 Prozent. Es ist die erste Anhebung seit drei Jahren.
Die Botschaft des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh, der Jerome Powell an der Spitze der Notenbank nachgefolgt ist, fiel laut Medienberichten unmissverständlich aus: Die Inflation sei weiter zu hoch. Die Märkte preisen nun mindestens eine weitere Erhöhung in diesem Jahr ein – und bis zu zwei im Jahr 2027.
Warum billiges Öl dem Gold in die Hände spielt
Am Donnerstag drehte der Wind. Der Ölpreis rutschte deutlich ab, weil sich die Versorgungslage im Nahen Osten entspannen könnte – Saudi-Arabien arbeite daran, die Ströme über eine zentrale Pipeline teilweise wiederherzustellen. Brent verlor über vier Prozent.
Der Effekt: Die Inflationssorgen ließen nach, die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen kühlten ab. Und weil Gold keine Zinsen zahlt, ist es genau das, was das Metall braucht. Die Anleiherenditen korrigierten „die Überreaktion" der Vorsession, zitieren Berichte den OCBC-Strategen Christopher Wong. Er warnt aber: Hohe Renditen und ein festerer Dollar dürften Gold kurzfristig weiter deckeln.
Die Wall Street bleibt trotzdem beim Gold
Bemerkenswert ist, was die Profis tun, während die Schlagzeilen vom „Zins-Gegenwind" reden: Sie kaufen. Gold-ETFs verzeichneten laut Bloomberg-Daten den achten Zuflusstag in Folge. Beim größten Fonds, SPDR Gold Shares, sei die Zahl offener Kaufoptionen zuletzt auf den höchsten Stand seit dem Jahresbeginn gestiegen.
UBS-Strategineinschätzung: Ein länger hohes Zinsniveau bleibe „kurzfristiger Gegenwind für das gelbe Metall", schrieb Giovanni Staunovo. Doch:
Steigende Haushaltsdefizite, höhere Schuldenlasten, eine irgendwann einsetzende Dollar-Schwäche und unsere Erwartung, dass die Fed im nächsten Jahr wieder lockert, sollten Gold trotz der kurzfristigen Volatilität stützen.
Rücksetzer in Richtung 4.000 Dollar seien Gelegenheiten, Positionen auszubauen, so der Strategieexperte.
Was das für deutsche Sparer bedeutet
Silber legte um 4,6 Prozent auf 65,85 Dollar zu, Platin und Palladium zogen ebenfalls an. Zum Vergleich: Anfang 2026 hatte Gold laut Marktdaten die Marke von 5.000 Dollar überschritten – der anschließende Rückschlag war heftig, das Fundament aber bleibt.
Denn die eigentliche Geschichte spielt nicht in Chartbildern, sondern in den Staatshaushalten. Notenbanken kauften im zweiten Quartal 2026 nach Angaben des World Gold Council netto fast 289 Tonnen Gold. Wenn ausgerechnet jene Institutionen, die Papiergeld schaffen, massiv Sachwerte horten, ist das ein Signal – auch für Bürger in Deutschland, die zwischen Rekordinflation der letzten Jahre, 500-Milliarden-Sondervermögen und steigenden Abgaben nach Sicherheit suchen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden; Kursentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für die Zukunft.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











