
Golf in Flammen: Trump lässt die Saudis im Jemen allein
Während im Nahen Osten Raketen fliegen und Pipelines brennen, lädt Donald Trump nächste Woche am Rande der UN-Generalversammlung in New York die Staatschefs der Golfstaaten zum Gespräch. Thema laut Medienberichten: amerikanische Ideen für eine Nachkriegsordnung in der Region. Nur: Der Krieg tobt weiter.
Am selben Tag wurde bekannt, dass US-Vertreter am Wochenende in der amerikanischen Botschaft in Muscat mit einer Delegation der jemenitischen Ansar Allah – im Westen meist „Huthis“ genannt – zusammengetroffen sind. Ergebnis: Washington verzichtet vorerst auf ein militärisches Eingreifen an der Seite Saudi-Arabiens.
Ein Deal in Oman – und Riad steht im Regen
Berichten von Nachrichtenagenturen zufolge versicherte die Delegation, sich weiter an die von Oman vermittelte Waffenruhe mit den USA zu halten. Man werde ausschließlich saudische Streitkräfte und saudische Schiffe angreifen, die ins Rote Meer einlaufen wollten.
Für das Königshaus in Riad ist das ein diplomatischer Faustschlag. Der vierjährige Waffenstillstand zwischen Saudi-Arabien und Ansar Allah endete am 13. Juli, als saudische Kampfjets den Flughafen der von Ansar Allah kontrollierten Hauptstadt Sanaa bombardierten. Die Gegenreaktion kam prompt: Blockade saudischer Schiffe, Eroberung der restlichen jemenitischen Westküste – und damit eine Position direkt am Nadelöhr Bab al-Mandab.
Rund 80 Prozent der jemenitischen Bevölkerung leben im Einflussgebiet der Gruppe. Saudi-Arabien bat Trump um Hilfe. Und bekam, so die Berichte, eine Abfuhr.
Schwere Vorwürfe – bislang unbelegt
In einem US-Podcast behauptete ein Kommentator, der sich auf eigene Quellen im Weißen Haus beruft, Trump habe Kronprinz Mohammed bin Salman zum Angriff auf den Flughafen erst angestachelt und sich später aus der Verantwortung gezogen. Wörtlich sagte er:
„MBS fühlt sich verraten… es war Trumps Idee, das wieder anzufangen.“
Eine Bestätigung dieser Darstellung durch offizielle Stellen liegt nicht vor. Sie bleibt damit eine Behauptung – bemerkenswert ist allerdings, wie tief das Misstrauen zwischen Washington und seinen Golf-Partnern offenbar reicht.
Wenn Militärbasen zum Magneten werden
Die Bilanz des Krieges gegen Iran fällt für die Golfstaaten bitter aus: Einbrechende Exporterlöse, kollabierende Investitionsbereitschaft, periodischer Raketenbeschuss. Die US-Stützpunkte auf ihrem Boden erwiesen sich nicht als Schutzschild, sondern als Zielscheibe.
Saudi-Arabien fehlen dem Bericht zufolge Abfangraketen; Frankreich, Großbritannien, Pakistan und Ägypten seien um Luftverteidigung gebeten worden. Auch die US-Bestände schmelzen: Bei einem einzigen Gefecht in Jordanien sollen 60 bis 80 Interceptoren im Wert von rund einer halben Milliarde Dollar verschossen worden sein.
Nach dem Angriff einer iranisch verbündeten irakischen Miliz auf die Ost-West-Pipeline steht das Königreich wirtschaftlich unter Druck – Anfang des Monats sondierte es Berichten zufolge einen Kredit über acht Milliarden Dollar. Rund die Hälfte der Pipeline-Kapazität soll binnen Tagen wieder verfügbar sein. Sofern nicht erneut Raketen einschlagen.
Was das für Europas Sparer bedeutet
Die Straße von Hormus bleibt weitgehend lahmgelegt, Brent notierte zuletzt nahe der 100-Dollar-Marke. Gold lag laut Marktdaten im August im Schnitt bei etwa 4.600 Dollar je Feinunze – ein Kurs, der die Nervosität der Märkte präziser abbildet als jede Regierungserklärung.
Für deutsche Verbraucher heißt das: Energie bleibt teuer, Lieferketten fragil. Und Berlin? Diskutiert weiter über Klimaziele im Grundgesetz, während sich die geopolitische Statik der Welt verschiebt. Physische Edelmetalle waren in solchen Phasen historisch ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
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