
Jemen eskaliert: Saudi-Jet abgeschossen — Brent klettert auf 107 Dollar
Die Huthi-Miliz hat am Mittwoch, dem 16. September 2026, ein Video veröffentlicht, das den Abschuss eines saudischen Kampfjets vom Typ F-15 über der jemenitischen Provinz Marib belegen soll. Zu sehen sind jubelnde Kämpfer neben Wrackteilen. Riad hat den Verlust bislang nicht bestätigt — doch der Ölmarkt reagiert längst.
Eine Rakete aus der Hinterhof-Werkstatt?
Huthi-Militärsprecher Yahya Saree erklärte, die jemenitischen Streitkräfte hätten den Jet mit einer lokal produzierten Rakete vom Himmel geholt, während dieser „feindliche Operationen" geflogen habe. Die Absturzstelle liegt rund 120 Kilometer östlich von Sanaa.
Nach Darstellung der Miliz hat die von Saudi-Arabien geführte Koalition zuletzt etwa 450 Luftangriffe geflogen. Mehrere internationale Medien halten den Abschuss inzwischen für plausibel. Falls er sich bestätigt, wäre das mehr als ein Prestigeverlust: Eine Rebellenbewegung, die moderne Kampfflugzeuge mit selbstgebauter Technik trifft, verändert die Rechnung für Riad und Washington grundlegend.
Streit um Mekka — und ein Verteidigungspakt
Parallel dazu tobt ein Propagandakrieg. Das saudische Militär hatte gemeldet, eine Huthi-Drohne auf Mekka abgefangen zu haben; für die Bevölkerung wurden Raketenwarnungen ausgelöst. Die Huthis dementieren vehement: Man ziele auf Ölanlagen und Militärbasen, die von den heiligen Stätten weit entfernt lägen. Saree sprach von Erfindungen der saudischen Führung.
Belastbare Beweise für den Drohnenangriff fehlen bislang öffentlich. Pakistans Premier Shehbaz Sharif verurteilte den angeblichen Angriff dennoch scharf und sprach von einer „niederträchtigen" Tat. Pakistan und die Türkei hatten im Sommer einen umfassenden „Mekka-Verteidigungspakt" geschlossen — Beobachter vermuten, dass Riad mit dem Vorwurf genau diese Bündnispartner ins Boot holen will.
Bab al-Mandab: Kampf um die Öl-Nadelöhre
Am Boden verschärfen sich die Gefechte. Die regierungstreuen „Southern Giants Forces" melden Kämpfe an der Kahboub-Front nahe der Meerenge Bab al-Mandab und wollen den Huthis schwere Verluste zugefügt haben — unabhängig überprüfbar ist das nicht.
Wirtschaftlich brisanter ist die Lage der Infrastruktur. Die Huthis erklärten, sie hätten Saudi Aramco in Yanbu mit Dutzenden Raketen und Drohnen sowie den Luftwaffenstützpunkt Khamis Mushait angegriffen. Laut Angaben des US-Energieministers wurden an der strategischen Ost-West-Pipeline drei Pumpstationen getroffen; Washington prüfe, über den Defense Production Act Raffineriekapazitäten hochzufahren. Schätzungen zufolge könnte die Leitung fünf bis sechs Wochen ausfallen.
Der Preis zahlt der deutsche Verbraucher
Die Folgen landen an der Zapfsäule. Medienberichten zufolge notiert Brent nahe 107 US-Dollar — nach der iranischen Blockade der Straße von Hormus ist mit Bab al-Mandab nun auch die Ausweichroute bedroht. Experten warnen vor steigenden Preisen für Benzin, Diesel und Heizöl.
Für Deutschland ist das ein bitterer Realitätstest. Eine Industrie, die ohnehin unter hohen Energiekosten, Bürokratie und ideologisch getriebener Regulierung leidet, trifft ein importierter Ölpreisschock mit voller Härte. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Krise am Roten Meer schonungslos, wie abhängig Europa von Seewegen ist, über die es selbst nicht bestimmt.
In solchen Phasen erinnern sich Anleger traditionell an das, was keine Pipeline braucht: physisches Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als Versicherung gegen geopolitische Schocks — als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.
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