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Kettner Edelmetalle
18.09.2026
10:56 Uhr

KI statt Kollegen: Internet-Riese streicht 800 Jobs – trotz Rekordumsatz

Montabaur, 11. September 2026: Der Internetkonzern United Internet zieht bei seinen Töchtern IONOS und 1&1 Versatel den Rotstift durch die Personalplanung. Rund 800 Vollzeitstellen sollen wegfallen – etwa 450 bei IONOS, rund 350 bei Versatel. Und das, obwohl der Konzern wächst.

95 Millionen Euro für den Umbau – 55 Millionen sollen jährlich zurückfließen

Die Rechnung ist kaufmännisch nüchtern: Einmalig veranschlagt United Internet rund 95 Millionen Euro Restrukturierungskosten. Danach sollen jedes Jahr etwa 55 Millionen Euro eingespart werden. Wie hoch die Entlastung am Ende wirklich ausfällt, hängt bei IONOS auch davon ab, wie viele Beschäftigte die angebotenen Freiwilligenprogramme annehmen.

Bei 1&1 Versatel trifft es die Belegschaft besonders hart. Die Zahl der Vollzeitkräfte soll von rund 1.350 auf etwa 1.000 sinken – mehr als jede vierte Stelle. Führungsebenen sollen verschwinden, Organisationsstrukturen einfacher, IT-Systeme und Prozesse neu aufgestellt werden. Bereits vereinbarte Altersteilzeitmodelle sollen den Abbau abfedern, über ein zusätzliches Freiwilligenprogramm will das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern verhandeln.

Ein Glasfaser-Schwergewicht auf Diät

Versatel ist kein Nischenanbieter: Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben mehr als 70.000 Kilometer Glasfaserstrecke und verfügt in über 350 Städten über eigene Netzinfrastruktur. Für den Umbau kalkuliert 1&1 rund 60 Millionen Euro Sonderkosten, ab 2028 sollen jährlich etwa 25 Millionen Euro gespart werden.

Ausgerechnet dort also, wo Deutschland beim Netzausbau seit Jahren hinterherhinkt, wird die Kostenstruktur verschlankt. Für die Beschäftigten ist das bitter – für Investoren ist es Kalkül.

Bei IONOS übernimmt die Maschine

IONOS schrumpft von rund 3.800 auf etwa 3.350 Vollzeitkräfte, je zur Hälfte im In- und Ausland. Technische Plattformen sollen vereinheitlicht, Prozesse gebündelt werden – und Künstliche Intelligenz soll interne Abläufe konsequenter übernehmen. Kosten: rund 35 Millionen Euro. Ersparnis ab 2027: bis zu 30 Millionen Euro jährlich.

Ein Teil der frei werdenden Mittel soll in neue KI-Produkte und den Ausbau des Cloud-Geschäfts fließen. Medienberichten zufolge folgt United Internet damit einem Muster, das zuvor schon beim Wettbewerber Telefónica Deutschland zu beobachten war.

Wachstum ja – Jobs trotzdem weg

Der eigentliche Aufreger: Es gibt keinen Umsatzeinbruch. Im ersten Halbjahr 2026 legte der Konzernumsatz um 3,3 Prozent auf 3,09 Milliarden Euro zu, das EBITDA um 5,1 Prozent auf 676 Millionen Euro. IONOS wuchs um 6,9 Prozent auf 701,1 Millionen Euro und gewann rund 280.000 Kunden hinzu – auf insgesamt 6,91 Millionen.

Schwächer lief es bei 1&1: Dort gingen im Halbjahr etwa 140.000 Verträge verloren, vor allem im Mobilfunk. An der Jahresprognose hält der Konzern dennoch fest: rund 6,25 Milliarden Euro Umsatz, etwa 1,45 Milliarden Euro operatives EBITDA. Die Restrukturierungskosten verbucht man als einmaligen Sondereffekt.

Was das für den Standort bedeutet

Aus Sicht unserer Redaktion ist dieser Fall ein Lehrstück: Selbst profitable deutsche Technologieunternehmen sehen sich gezwungen, Personal durch Software zu ersetzen – bei hohen Lohnnebenkosten, Energiepreisen und einer Bürokratie, die Wachstum eher bremst als beflügelt. Wer auf ein Erwerbseinkommen als einzige Absicherung setzt, sollte spätestens jetzt aufhorchen.

Eine solide Vermögensbasis gehört breit gestreut. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können dabei als krisenfester, unabhängiger Baustein eine sinnvolle Ergänzung sein – unabhängig davon, welche Branche als Nächstes umbaut.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen.

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