
Klobuchar will Gouverneurin von Minnesota werden – Staat im Chaos nach tödlichen ICE-Einsätzen
Die demokratische US-Senatorin Amy Klobuchar hat am Donnerstag ihre Kandidatur für das Amt der Gouverneurin von Minnesota bekanntgegeben. Der Zeitpunkt könnte kaum brisanter sein: Der Bundesstaat befindet sich inmitten einer beispiellosen Krise, nachdem bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE zwei US-Bürger getötet wurden.
Tödliche Schüsse auf amerikanische Staatsbürger
Die viermalige Senatorin hatte bereits vor einer Woche die notwendigen Unterlagen eingereicht, um die Nachfolge des scheidenden demokratischen Gouverneurs Tim Walz anzutreten. Doch die offizielle Ankündigung musste sie verschieben – der Grund: Einwanderungsbeamte erschossen Alex Pretti in Minneapolis, was landesweite Empörung auslöste und Präsident Trump zu personellen Umstrukturierungen zwang.
„3.000 ICE-Beamte auf unseren Straßen und in unseren Städten, entsandt von einer Regierung, die Spaltung genießt", erklärte Klobuchar in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. Sie verwies auch auf den Tod von Renee Good, die ebenfalls bei Protesten gegen ICE-Taktiken ums Leben kam. Beide Opfer waren 37 Jahre alt.
Minnesota im Ausnahmezustand
Die Gewalt beschränkt sich nicht auf die Einwanderungsdebatte. Klobuchar erwähnte in ihrer Ankündigung auch die Ermordung eines Abgeordneten des Bundesstaates, die Schussverletzung eines weiteren Parlamentariers sowie einen Angriff auf eine Kirche in Minneapolis während einer Messe für katholische Schulkinder. Diese Häufung von Gewalttaten wirft ein erschreckendes Licht auf die Sicherheitslage in dem einst als friedlich geltenden Bundesstaat.
Die Unruhen haben Minnesota ins internationale Rampenlicht gerückt und selbst aus den Reihen der Republikaner seltene Kritik an Trumps Vorgehen hervorgerufen. Der republikanische Anwalt Chris Madel zog seine Gouverneurskandidatur am Montag zurück und sprach von einer „Vergeltungskampagne" gegen den Bundesstaat im Mittleren Westen.
„Die nationalen Republikaner haben es einem Republikaner nahezu unmöglich gemacht, eine landesweite Wahl in Minnesota zu gewinnen."
Walz zieht sich vollständig aus der Politik zurück
Der amtierende Gouverneur Tim Walz, der Anfang des Monats angekündigt hatte, keine dritte Amtszeit anzustreben, ging am Mittwoch noch einen Schritt weiter: Er werde sich nie wieder um ein politisches Amt bewerben, da er zum „Blitzableiter" für politische Gegner geworden sei. Eine bemerkenswerte Aussage, die das vergiftete politische Klima in den Vereinigten Staaten eindrücklich illustriert.
Klobuchars Wahlkampfversprechen
Die Senatorin positioniert sich als Kämpferin gegen die ICE-Präsenz in ihrem Heimatstaat. „Ich kandidiere für jeden Bürger Minnesotas, der will, dass ICE und seine missbräuchlichen Taktiken unseren geliebten Staat verlassen", betonte sie. Gleichzeitig versprach sie, gegen Missbrauch und Betrug vorzugehen sowie für eine bessere Gesundheitsversorgung einzutreten.
Die Entwicklungen in Minnesota zeigen exemplarisch, wie tief die gesellschaftlichen Gräben in den USA mittlerweile verlaufen. Während die Trump-Administration ihre harte Einwanderungspolitik durchsetzt, formiert sich in den demokratisch regierten Bundesstaaten massiver Widerstand – mit teils tödlichen Konsequenzen für unbeteiligte Bürger.

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