
Millionen für Kühlschränke in Südamerika: Wenn deutsche Steuergelder in kolumbianischen Haushalten verdampfen
Während in Deutschland Brücken bröckeln, Schulen verfallen und die Infrastruktur vielerorts dem Verfall preisgegeben wird, leistet sich die Bundesrepublik einen bemerkenswerten Luxus: Satte 4,33 Millionen Euro flossen zwischen 2019 und 2024 nach Kolumbien – für ein Projekt rund um klimafreundliche Kühlschränke. Man reibt sich verwundert die Augen und fragt sich unweigerlich: Haben wir keine dringenderen Probleme im eigenen Land?
Die Bundesregierung und ihre fragwürdigen Prioritäten
Das Projekt mit dem sperrigen Namen „Colombian NAMA for the domestic refrigeration sector" wurde gemeinsam mit der dänischen Regierung finanziert und sollte angeblich zur Förderung effizienterer Haushaltskühlgeräte beitragen. Bekannt wurde diese bemerkenswerte Geldverwendung erst durch eine Kleine Anfrage der AfD, woraufhin die Bundesregierung Stellung beziehen musste. Die Rechtfertigung? Natürlich die allgegenwärtigen Klimaziele.
Die Argumentation der Regierung liest sich dabei wie aus einem Lehrbuch für bürokratische Selbstrechtfertigung: Alte Kühlgeräte enthielten Kältemittel, die „tausendfach stärker als Kohlenstoffdioxid zur Erderwärmung beitragen". Deshalb sei es im „Interesse Deutschlands", globale Treibhausgasemissionen „zu möglichst geringen Kosten" zu mindern. Ob 4,33 Millionen Euro für Kühlschrank-Beratung in Südamerika tatsächlich „geringe Kosten" darstellen, darf getrost bezweifelt werden.
Was mit dem Geld tatsächlich geschah
Die Bundesregierung betont eilfertig, dass die Mittel nicht direkt für den Kauf von Kühlschränken durch kolumbianische Verbraucher verwendet worden seien. Stattdessen floss das Geld in vermeintlich nachhaltigere Strukturen: Beratung und Schulung von Herstellern, Aufbau von Recyclingstrukturen und die Unterstützung bei der fachgerechten Entsorgung alter Geräte. Klingt zunächst vernünftig – doch rechtfertigt dies wirklich Millionenausgaben deutscher Steuerzahler?
Die operative Umsetzung lag bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, kurz GIZ. Diese bundeseigene Organisation verschlingt Jahr für Jahr erhebliche Summen für Projekte in aller Welt, während deutsche Kommunen um jeden Euro für die Grundversorgung ihrer Bürger kämpfen müssen.
Ein parteiübergreifendes Versagen
Besonders pikant: Das Projekt erstreckte sich über mehrere Regierungsphasen. Sowohl unter CDU-Führung als auch unter der späteren Ampel-Koalition wurde munter weiter überwiesen. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz steht nun vor der Aufgabe, solche fragwürdigen Ausgaben kritisch zu hinterfragen – sofern sie den Mut dazu aufbringt.
„Es ist im Interesse Deutschlands die Minderung von global wirksamen Treibhausgasemissionen zu möglichst geringen Kosten zu erreichen."
So formuliert es die Bundesregierung in ihrer Antwort. Doch ist es wirklich im Interesse des deutschen Bürgers, wenn sein hart erarbeitetes Steuergeld für Kühlschrank-Projekte in Kolumbien ausgegeben wird, während hierzulande die Energiepreise explodieren und viele Familien kaum noch wissen, wie sie ihre eigenen Stromrechnungen bezahlen sollen?
Die Doppelmoral der deutschen Klimapolitik
Die Ironie dieser Entwicklungshilfe wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass Deutschland gleichzeitig Rekordmengen an Kohle aus eben jenem Kolumbien importiert. Während also Millionen für klimafreundliche Kühlschränke fließen, befeuern kolumbianische Kohlelieferungen deutsche Kraftwerke. Eine Klimapolitik, die sich in ihren eigenen Widersprüchen verfängt und den Steuerzahler als Geisel nimmt.
Es bleibt die bittere Erkenntnis: Die deutsche Entwicklungshilfe hat sich längst von den tatsächlichen Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung entkoppelt. Projekte wie dieses mögen in Hochglanzbroschüren gut aussehen, doch sie offenbaren eine politische Klasse, die den Bezug zur Realität verloren hat. Der deutsche Michel zahlt – und Kolumbien bekommt neue Kühlschränke.

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