
Perth Mint bricht ein: Gold-Absatz stürzt um 22 Prozent
Die australische Perth Mint hat ihre Verkaufszahlen für August 2026 vorgelegt – und die fallen ernüchternd aus. Nur noch 23.932 Unzen Gold in Münzen und Barren gingen über den Tresen, ein Minus von 22 Prozent gegenüber dem Juli. Beim Silber war der Rückgang noch drastischer.
Die nackten Zahlen: zweistellige Minus-Werte auf allen Linien
Im Juli hatte das Traditionshaus aus Perth noch 30.871 Unzen Gold abgesetzt. Auch im Jahresvergleich schrumpft der Absatz: gegenüber August 2025 steht ein Minus von 21 Prozent in den Büchern.
Beim weißen Metall sieht es kaum besser aus. 333.880 Unzen Silber verkaufte die Prägeanstalt im August – nach 486.043 Unzen im Juli. Das entspricht einem Einbruch von 31 Prozent zum Vormonat und ebenfalls 21 Prozent zum Vorjahresmonat.
Die Erklärung der Mint: ein "dynamisches Umfeld"
Neil Vance, bei der Perth Mint General Manager für Vertrieb und Produktentwicklung, verweist auf die heftigen Preisbewegungen. Die starken Schwankungen der Edelmetallpreise im August hätten ein dynamisches Umfeld für Prägeprodukte geschaffen, wobei die Nachfrage sowohl Neuerscheinungen als auch etablierte Anlagemünzen erfasst habe.
Übersetzt aus dem Sprech der Branche heißt das: Wer bei einem Goldpreis auf Rekordniveau zuschlägt, kauft für dasselbe Geld weniger Unzen. Und wer bereits im Depot sitzt, verkauft bei Höchstständen eher, als nachzulegen – Altbestände drücken auf den Bedarf an frischer Prägeware.
Warum sinkende Stückzahlen kein Schwächezeichen sind
Ein Blick auf das Umfeld erklärt vieles. Medienberichten zufolge hat die US-Notenbank Fed am 16. September 2026 unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh den Leitzins um einen Viertelpunkt angehoben – die erste Erhöhung seit 2023, begründet mit der hartnäckig hohen Inflation. US-Präsident Donald Trump fordert dagegen weiterhin niedrigere Zinsen.
Höhere Zinsen und steigende Anleiherenditen bremsen den Goldpreis kurzfristig, weil zinslose Sachwerte im Vergleich weniger attraktiv erscheinen. Berichten zufolge notierte Gold nach dem Rekordlauf zum Jahresbeginn 2026 zuletzt in einer Konsolidierungsphase auf historisch hohem Niveau.
Entscheidend ist der Maßstab: Die Perth Mint meldet Unzen, nicht Umsatz. Ein Rückgang der verkauften Feinunzen bei vervielfachtem Preis pro Unze bedeutet keineswegs, dass die physische Nachfrage kollabiert. Beobachter verweisen darauf, dass sich das Kaufinteresse zunehmend nach Asien und zu Notenbanken verlagert, während westliche Kleinanleger pausieren.
Was Sparer daraus mitnehmen können
Für deutsche Sparer ist die Lage besonders pikant. Die Inflation frisst weiter an den Guthaben, das geplante schuldenfinanzierte Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe belastet künftige Generationen – und die Zinswende in Washington zeigt, wie fragil das Vertrauen in Papiergeld inzwischen ist.
Wer Vermögen über Jahrzehnte denkt, lässt sich von Monatsstatistiken einer Prägeanstalt nicht nervös machen. Physisches Gold und Silber waren nie als Renditewunder gedacht, sondern als Versicherung gegen politische und monetäre Fehlentscheidungen – und genau davon gibt es derzeit reichlich.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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