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Kettner Edelmetalle
31.07.2026
12:01 Uhr

Schaeffler kassiert seine Ziele: Wie die Elektro-Ideologie einen deutschen Weltmarktführer ausbremst

Es gibt Tage an der Börse, die mehr über den Zustand einer Volkswirtschaft verraten als jede Regierungserklärung. Der 31. Juli 2026 war so ein Tag. Die Aktie des fränkischen Auto- und Industriezulieferers Schaeffler brach um rund 16 Prozent ein – ein Absturz, wie er im MDax selten in dieser Wucht zu sehen ist. Der Auslöser: Das Unternehmen aus Herzogenaurach hat seine Mittelfristziele zusammengestrichen. Bis 2028 rechnet man nun mit deutlich weniger Umsatz als bislang versprochen.

Das E-Auto-Geschäft: Die Gewinnschwelle bleibt ein Phantom

Besonders bitter ist der Grund für die Rolle rückwärts. Es ist nicht etwa ein Managementfehler, kein verpatzter Produktstart, keine geplatzte Übernahme. Es ist jenes Geschäftsfeld, das Politik, Brüsseler Bürokratie und ein ganzer Chor selbsternannter Klimaretter der deutschen Industrie über Jahre als goldene Zukunft verkauft haben: die Elektromobilität. Die Aufträge im E-Auto-Bereich fielen enttäuschend aus, die Autokonjunktur schwächelt – und damit dürfte die Gewinnschwelle in diesem Segment auch 2028 nicht erreicht werden.

Man muss sich das vor Augen halten. Ein Unternehmen, das seit 1946 mit Präzision, Ingenieurskunst und fränkischer Bodenständigkeit Weltmarktanteile erobert hat, investiert Milliarden in eine Technologie, weil ihm politisch keine andere Wahl gelassen wurde – und darf nun erklären, warum sich diese Investition betriebswirtschaftlich nicht rechnet.

Wer die Nachfrage per Verordnung erzwingen will, erzeugt am Ende nur Überkapazitäten, Abschreibungen und Kurzarbeit.

Wenn Planwirtschaft auf Bilanzen trifft

Die Geschichte dieses Desasters ist schnell erzählt. Erst wurde der Verbrennungsmotor – die vielleicht erfolgreichste deutsche Erfindung der Industriegeschichte – zum Feindbild erklärt. Dann kamen CO₂-Flottengrenzwerte, Zulassungsverbote am Horizont und ein Subventionskarussell, das Kaufprämien so schnell wieder abschaffte, wie es sie eingeführt hatte. Die Zulieferer, das industrielle Rückgrat dieses Landes, sollten in Rekordzeit ihre komplette Produktpalette umbauen. Auf Zuruf. Auf Kredit. Auf Hoffnung.

Nun zeigt sich, was Ökonomen seit Jahrhunderten wissen: Der Kunde lässt sich nicht per Richtlinie umerziehen. Wenn Reichweiten enttäuschen, Ladeinfrastruktur fehlt, Strompreise zu den höchsten der industrialisierten Welt zählen und chinesische Wettbewerber gleichzeitig mit Staatsgeld geflutet werden, dann kauft der Bürger eben kein Elektroauto. Die Rechnung dafür zahlen Aktionäre, Beschäftigte – und über sinkende Steuereinnahmen letztlich alle.

Und die Politik? Schweigt und plant weiter

Von der Bundesregierung ist wenig zu hören, wenn deutsche Industrieperlen ihre Prognosen kappen. Man ist ja beschäftigt: mit 500 Milliarden Euro Sondervermögen, mit im Grundgesetz verankerter Klimaneutralität bis 2045, mit Rentenpaketen, über die sich die Länder streiten. Dass gleichzeitig die Arbeitslosenzahl im Juli die Drei-Millionen-Marke gerissen hat, wird als saisonale Delle abgetan. Dass Unternehmen wie Schaeffler die Reißleine ziehen müssen, gilt als Betriebsunfall der Transformation.

Es ist kein Betriebsunfall. Es ist das absehbare Ergebnis einer Politik, die Industriepolitik mit Moralpolitik verwechselt. Wer glaubt, man könne einen Hochlohnstandort mit hohen Energiepreisen, ausuferndem Berichtswesen und einer Technologievorgabe aus dem Brüsseler Elfenbeinturm wettbewerbsfähig halten, wird von Quartalszahlen belehrt.

Was Anleger daraus lernen sollten

Der Kurssturz erinnert an eine unbequeme Wahrheit: Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodell politisch determiniert wird, sind kein Fels in der Brandung. Sie sind Wetten auf die Vernunft von Regierungen – und diese Wette hat in den vergangenen Jahren selten ausgezahlt. Sechzehn Prozent Kursverlust an einem einzigen Handelstag zeigen, wie schnell Papiervermögen schmelzen kann, wenn Erwartungen kollabieren.

Wer sein Vermögen langfristig sichern will, tut deshalb gut daran, nicht allein auf Wertpapiere zu setzen, deren Schicksal in Ministerien entschieden wird. Physisches Gold und Silber kennen keine Gewinnwarnung, keine gekappte Mittelfristprognose und keine Brüsseler Verordnung. Sie sind seit Jahrtausenden das, was sie sind: Sachwerte ohne Emittentenrisiko – eine sinnvolle Ergänzung in einem breit gestreuten Portfolio, gerade in Zeiten, in denen die industrielle Substanz dieses Landes offenkundig auf dem Spiel steht.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er spiegelt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jede Kapitalanlage ist mit Risiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Kurse können steigen und fallen. Leser sind verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und Anlageentscheidungen selbst zu verantworten; bei Bedarf sollte fachkundiger Rat eingeholt werden. Eine Haftung für Vermögensschäden wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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