
Schottlands Gefängnisse als Spiegelbild der Migrationspolitik: Wenn jeder vierte Eritreer hinter Gittern sitzt
Zahlen lügen nicht. Sie sind unbequem, sperrig und lassen sich nicht mit moralischen Sonntagsreden wegdiskutieren. Und genau deshalb dürften die Daten, die der Scottish Prison Service auf eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz herausrücken musste, in bestimmten Kreisen für hektisches Schulterzucken sorgen. Denn was da schwarz auf weiß steht, passt so gar nicht in das Märchen von der reibungslos gelingenden Integration.
653 Ausländer in Haft – und drei Nationen dominieren
Zum Stichtag 22. Mai 2025 saßen in schottischen Gefängnissen 653 ausländische Staatsangehörige ein. Allein 94 Albaner, 92 Polen und 81 Vietnamesen – zusammen also gut 40 Prozent aller ausländischen Insassen – stammten aus lediglich drei Herkunftsländern. Mit Abstand folgten 48 Rumänen und 29 Iren. Danach wird die Liste bunt: 20 Pakistaner, 19 Chinesen, 17 Inder, 16 Nigerianer, jeweils 15 Iraner und Litauer.
Doch die eigentliche Sprengkraft liegt nicht in den absoluten Zahlen, sondern in ihrem Verhältnis zur jeweiligen Bevölkerungsgruppe. Der konservative Abgeordnete Stephen Kerr legte die Haftzahlen über die Passdaten des schottischen Zensus von 2022 – und kam zu einem Ergebnis, das man zweimal lesen muss.
Ein Viertel einer ganzen Diaspora hinter Gittern
Nach Kerrs Berechnung säßen 26,3 Prozent aller in Schottland lebenden Eritreer und 21,9 Prozent aller Somalier in Haft. Bei Albanern kam er auf 15,8 Prozent, bei Vietnamesen auf 15,2 Prozent. Konkret: fünf Eritreer im Gefängnis bei 19 registrierten eritreischen Pässen, sieben Somalier bei 32 erfassten Pässen. Bei den Albanern standen 94 Häftlinge 594 Pässen gegenüber, bei den Vietnamesen 81 Häftlinge 533 Pässen.
Man mag einwenden, dass bei kleinen Grundgesamtheiten jede einzelne Person die Prozentwerte dramatisch verschiebt. Das stimmt – und ist doch kein Argument, das die Sache erträglicher macht. Denn bei Albanern und Vietnamesen liegen die Fallzahlen im dreistelligen Bereich, und auch dort ist rund jeder sechste inhaftiert.
Nicht neu – aber offenbar unbequem genug, um vergessen zu werden
Die Auswertung ist keine Sensationsmeldung aus dem Nichts. Kerr hatte die Daten bereits im Mai 2025 angefordert, der Telegraph veröffentlichte die Rechnung Ende Juli 2025. Erst als ein Nutzerkonto auf X den Bericht erneut in Umlauf brachte, machten die Zahlen wieder die Runde. Bemerkenswert ist weniger die Wiederentdeckung als die Frage, warum solche Erkenntnisse überhaupt erst über soziale Netzwerke reaktiviert werden müssen, statt Gegenstand einer ernsthaften parlamentarischen Debatte zu sein.
Der Trend zeigt steil nach oben
Ausländische Staatsangehörige stellten zum Stichtag rund acht Prozent der gesamten Gefängnispopulation Schottlands. Im Haushaltsjahr 2024/25 waren es bereits neun Prozent aller zeitweise Inhaftierten – 2017/18 lag der Wert noch bei fünf Prozent. Eine Verdoppelung binnen weniger Jahre. Wer hier keine Entwicklung erkennt, will keine erkennen.
52.260 Pfund pro Haftplatz – der Steuerzahler zahlt die Zeche
Ein Gefängnisplatz kostete den Scottish Prison Service im Haushaltsjahr 2024/25 durchschnittlich 52.260 Pfund. Bei 653 belegten Plätzen macht das rechnerisch rund 34 Millionen Pfund jährlich – allein für ausländische Insassen. Geld, das nicht in Schulen, Straßen oder die Gesundheitsversorgung der eigenen Bevölkerung fließt. Anfang 2026 schlug der SNP-Abgeordnete Kenneth Gibson im schottischen Parlament vor, ausländische Straftäter nach dänischem Vorbild in Gefängnissen im Kosovo unterzubringen. Ein Vorschlag, der zeigt: Selbst im linken politischen Spektrum wächst die Ratlosigkeit.
Was das mit Deutschland zu tun hat
Schottland ist kein Sonderfall, sondern ein Vorbote. Die Muster, die sich dort in nüchternen Verwaltungsstatistiken abbilden, kennt auch die Bundesrepublik – nur werden sie hierzulande gerne unter dem Deckmantel der Einbürgerungsstatistik unsichtbar gemacht. Wer den Pass verteilt, verändert die Zahlen, nicht die Realität. Die Kriminalitätsentwicklung in deutschen Städten, die Messerangriffe, die inzwischen zum traurigen Wochenrhythmus gehören, sprechen eine eigene Sprache. Und es ist nicht nur die Auffassung unserer Redaktion, sondern die eines erheblichen Teils der Bevölkerung, dass eine Politik, die Grenzen für unkontrollierbar erklärt und Abschiebungen zur Ausnahme macht, genau diese Zustände produziert hat.
Auch die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat bislang wenig geliefert, was über Ankündigungsrhetorik hinausginge. Wer die Sicherheit der eigenen Bürger ernst nimmt, muss konsequent handeln – bei der Zuwanderungskontrolle, bei der Rückführung von Straftätern, bei der Durchsetzung geltenden Rechts. Alles andere ist Verwaltung des Niedergangs.
Vertrauensverlust hat wirtschaftliche Folgen
Wer glaubt, das alles sei ein rein innenpolitisches Thema, irrt. Innere Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und solide Staatsfinanzen sind das Fundament jeder funktionierenden Volkswirtschaft. Wo Vertrauen erodiert, wo Milliarden in Symptombekämpfung fließen statt in Substanz, leidet am Ende auch die Währung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte hinweg als das bewährt, was Papierversprechen nie sein können: greifbarer, staatsunabhängiger Wert. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben sie ein Anker in unsicheren Zeiten.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die dargestellten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Für rechtliche oder steuerliche Fragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Rechts- oder Steuerberater.
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