
Söldner statt Soldaten: Washington plant private Sicherheitskräfte für Venezuelas Ölfelder
Die Vereinigten Staaten erwägen offenbar einen höchst umstrittenen Schritt, um ihre Interessen an Venezuelas gigantischen Ölreserven zu sichern. Statt regulärer Truppen sollen private Militärfirmen – im Klartext: Söldner – die amerikanischen Ölanlagen im südamerikanischen Land schützen. Ein Déjà-vu der schlimmsten Sorte für alle, die sich an die blutigen Exzesse im Irak erinnern.
Trumps Dilemma: Öl ja, Besatzung nein
Die Ausgangslage ist verzwickt. Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt, doch die Infrastruktur liegt nach Jahren der Misswirtschaft unter dem Maduro-Regime am Boden. Nun, da die politische Situation im Land fragil bleibt und Vizepräsidentin Delcy Rodriguez als amtierende Präsidentin fungiert, wittert Washington seine Chance. Amerikanische Ölkonzerne sollen das schwarze Gold wieder zum Fließen bringen.
Doch Präsident Trump steht vor einem klassischen Dilemma. Einerseits locken die enormen Profite aus dem venezolanischen Ölgeschäft, andererseits scheut er die politischen Kosten einer weiteren amerikanischen Militärpräsenz im Ausland. Die Erinnerungen an Afghanistan und Irak sind noch zu frisch, die Wähler zu kriegsmüde. Also greift man zur altbewährten Lösung: Man lässt andere die Drecksarbeit erledigen.
Milliardenschweres Geschäft für Söldnerfirmen
Die Diskussionen befinden sich laut Berichten noch in einem frühen Stadium, doch bereits jetzt positionieren sich mehrere private Sicherheitsunternehmen für einen Anteil am lukrativen Kuchen. Das Verteidigungsministerium hat bereits eine Informationsanfrage an potenzielle Auftragnehmer verschickt, um deren Fähigkeiten für mögliche US-Operationen in Venezuela zu evaluieren.
„Ausländische Investitionen kommen zurück, und wenn sie das tun, bringen sie eine Menge Navy-SEAL-Typen und Green-Beret-Typen und Ninjas mit, um sie am Leben und in Sicherheit zu halten. So wird es auch in Venezuela aussehen."
So beschreibt der Gründer einer Militärfirma unverblümt die Zukunftsvision. Die Zahlen sprechen für sich: Während des Irakkrieges gaben die USA rund 138 Milliarden Dollar für private Sicherheits-, Logistik- und Wiederaufbauunternehmen aus. Ein Geschäftsmodell, das sich bewährt hat – zumindest für die Auftragnehmer.
Die dunkle Seite der Privatisierung des Krieges
Was Washington als elegante Lösung verkaufen möchte, birgt erhebliche Risiken. Die Geschichte der privaten Militärfirmen im Irak ist eine Geschichte von Skandalen, Zivilistentötungen und Kriegsprofiteuren. Namen wie Blackwater stehen bis heute für die Schattenseiten dieser Branche. Wenn bewaffnete Söldner durch venezolanische Straßen patrouillieren, dürfte die Rhetorik von der „Befreiung eines unterdrückten Volkes" schnell hohl klingen.
Hinzu kommt ein geologisches Problem, das gerne verschwiegen wird: Der Großteil der vielgepriesenen 300 Milliarden Barrel Ölreserven liegt im Orinoco-Teergürtel. Dort findet sich schweres, schwefelreiches Rohöl mit einem API-Grad von bestenfalls 8,5 – ein Albtraum für jede Raffinerie und ein Kostenfaktor, der die Profitabilität erheblich schmälert.
Ein bekanntes Muster wiederholt sich
Für kritische Beobachter offenbart sich hier einmal mehr das bewährte Muster amerikanischer Außenpolitik: Regime Change unter dem Banner der Demokratie, gefolgt von der Sicherung strategischer Ressourcen durch private Gewaltunternehmer. Ob Erik Prince, der berüchtigte Gründer von Blackwater, bereits im Pentagon vorstellig geworden ist, bleibt Spekulation – aber eine naheliegende.
Die venezolanische Bevölkerung dürfte von dieser Entwicklung wenig begeistert sein. Denn eines ist gewiss: Wenn ausländische Söldner mit Stundenlöhnen von mehreren hundert Dollar durch die Straßen rollen, geht es nicht um Befreiung – es geht um Öl, Macht und Profit.

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