
Südkoreas gestürzter Präsident Yoon muss hinter Gitter: Fünf Jahre für gescheiterten Staatsstreich
Was sich im Dezember 2024 in Seoul abspielte, war nichts weniger als ein politisches Erdbeben. Der damalige Präsident Yoon Suk Yeol versuchte, mit der Ausrufung des Kriegsrechts die demokratische Ordnung seines Landes auszuhebeln. Nun hat ihn die Justiz eingeholt: Ein Bezirksgericht in Seoul verurteilte den ehemaligen Staatschef am Freitag zu fünf Jahren Gefängnis.
Der Versuch, die Demokratie auszuschalten
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Yoon die Behörden bei der Vollstreckung eines Haftbefehls behindert hatte. Doch damit nicht genug: Der Ex-Präsident soll auch offizielle Dokumente gefälscht und gesetzliche Vorschriften für die Ausrufung des Kriegsrechts schlichtweg ignoriert haben. Ein bemerkenswerter Vorgang, der zeigt, wie schnell selbst etablierte Demokratien ins Wanken geraten können, wenn Machthaber ihre Befugnisse überschreiten.
Am 3. Dezember 2024 hatte Yoon im Streit mit der Opposition völlig überraschend das Kriegsrecht verhängt. Eine Maßnahme, die in demokratischen Gesellschaften nur für absolute Ausnahmesituationen vorgesehen ist – etwa bei kriegerischen Auseinandersetzungen oder schweren inneren Unruhen. Yoon missbrauchte dieses Instrument offenbar, um politische Gegner mundtot zu machen.
Das Volk wehrte sich erfolgreich
Was folgte, war ein eindrucksvolles Zeugnis demokratischer Widerstandskraft. Tausende Südkoreaner gingen auf die Straßen und protestierten gegen den Machtmissbrauch ihres Präsidenten. Bereits wenige Stunden nach der Verhängung musste das Kriegsrecht wieder aufgehoben werden. Kurze Zeit später wurde Yoon seines Amtes enthoben – ein Schicksal, das er sich selbst zuzuschreiben hat.
Die südkoreanische Bevölkerung hatte in den vergangenen Monaten wiederholt eine harte Bestrafung für den gestürzten Präsidenten gefordert. Das Urteil von fünf Jahren Haft dürfte vielen jedoch noch zu milde erscheinen. Ein Sonderermittler hatte sogar die Todesstrafe für Yoon gefordert – ein Zeichen dafür, wie schwer die Vergehen des Ex-Präsidenten in seiner Heimat gewogen werden.
Erst der Anfang der juristischen Aufarbeitung
Das aktuelle Urteil ist lediglich das erste in einer Reihe von Strafverfahren, denen sich Yoon wegen der Ereignisse im Dezember 2024 stellen muss. Gegen die Entscheidung kann Berufung eingelegt werden, was angesichts der Schwere der Vorwürfe durchaus zu erwarten ist. Die juristische Aufarbeitung dieses versuchten Staatsstreichs wird Südkorea noch lange beschäftigen.
Seit Anfang Juni 2025 hat das Land mit Lee Jae Myung einen neugewählten Präsidenten, der die demokratische Ordnung wiederherstellen soll. Der Fall Yoon zeigt eindrücklich, wie wichtig funktionierende demokratische Institutionen und eine wachsame Zivilgesellschaft sind. Wenn Bürger bereit sind, für ihre Freiheitsrechte auf die Straße zu gehen, können selbst die dreistesten Machtübergriffe abgewehrt werden.
Eine Mahnung für alle Demokratien
Der Fall des südkoreanischen Ex-Präsidenten sollte auch hierzulande als Warnung verstanden werden. Demokratie ist kein Selbstläufer, sie muss täglich verteidigt werden – gegen Extremisten von allen Seiten, gegen Machtmissbrauch und gegen jene, die glauben, über dem Gesetz zu stehen. Südkorea hat bewiesen, dass eine entschlossene Bevölkerung selbst einen amtierenden Präsidenten in die Schranken weisen kann. Diese Lektion sollten wir nicht vergessen.

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