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Kettner Edelmetalle
18.09.2026
06:10 Uhr

Thelen platzt der Kragen: „Nie so ernste Sorgen um unser Land“

Vor rund 800 Zuhörern in Berlin hat der Unternehmer und Investor Frank Thelen eine ungewöhnlich scharfe Abrechnung mit dem Standort Deutschland geliefert. „Ich habe mir nie so viele und so ernste Sorgen wie jetzt um unser Land gemacht“, sagte er beim BIG BANG KI Festival, das am 16. und 17. September 2026 in Berlin stattfand. Die Politik sei zerstritten, so mache das keinen Sinn mehr.

„Ein Team, das gewinnen will“ — fehlt

Thelens Befund fällt vernichtend aus: Man brauche in der Politik „ein Team, das gewinnen wolle“. Und weiter: „Aber das haben wir nicht mehr. Es muss sich politisch was ändern.“ Das sind Sätze, die man von einem Mann hört, der jahrelang als Aushängeschild der deutschen Start-up-Szene galt.

Bei dem Festival, das als eines der größten KI-Events im deutschsprachigen Raum gilt, kamen nach Angaben der Veranstalter zwei Tage lang tausende Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen — um über Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz zu diskutieren.

Wütende Attacke gegen die KI-Regulierung

Auf eine Publikumsfrage reagierte Thelen mit einem Appell: „Steht auf! Werdet laut!“ Anschließend griff er eine Politikerin der Grünen an, die nach seiner Darstellung gefordert habe, KI müsse „an der Grenze“ gestoppt werden, um die Amerikaner aufzuhalten. Seine Bewertung: „Das ist so geisteskrank!“

„Werde laut, das ist Dein Land!“

Unternehmer und Mittelstand müssten sich endlich trauen zu sagen, was ihnen das Leben schwer mache, so Thelen. Für viele Gründer trifft er damit einen Nerv: Während in den USA und China Milliarden in KI-Modelle fließen, debattiert Europa über Auflagen, Meldepflichten und Risikoklassen. Wer glaubt, Innovation lasse sich per Verordnung an der Landesgrenze abfangen, hat den Wettbewerb offenbar nicht verstanden.

Ärzte im Papierkrieg: „Leider hat er's nicht gemacht“

Besonders persönlich wurde Thelen beim Thema Gesundheitswesen. Seine Frau sei Ärztin und habe immer weniger Zeit für Patienten. Teilweise seien Ärzte nur noch 30 oder 40 Prozent ihrer Arbeitszeit am Patienten — der Rest gehe für Papierkram drauf, und das werde jedes Jahr schlimmer.

Dann folgte der Satz, der in Richtung Kanzleramt zielt: Friedrich Merz habe ihm persönlich versprochen, das zu ändern. „Leider hat er's nicht gemacht. Wir brauchen mehr Köpfe, die das endlich ändern!“ Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), seit Ende Juli 2026 im Amt, hält Thelen nach eigenen Worten dagegen für einen guten Minister — die Bürokratie mache es Unternehmen trotzdem weiter schwer.

Kein Abgesang — aber eine Warnung

Bemerkenswert: Thelen bleibt Patriot. Deutschland sei ein großartiges Land, man könne hier gründen und große Ideen umsetzen, er wolle „erstmal hierbleiben“. Nur müsse man den Kurs nicht um 360 Grad drehen, wie es manche gern formulieren, sondern um 180 Grad.

Aus Sicht unserer Redaktion ist dieser Auftritt mehr als ein Wutausbruch: Er ist das Protokoll eines Vertrauensverlusts. Wenn selbst wirtschaftsnahe Unterstützer der Regierung öffentlich von gebrochenen Versprechen sprechen, wird der Reformstau zum Standortrisiko — und bleibende Wertaufbewahrung wie physisches Gold und Silber für viele Bürger zu einer nachvollziehbaren Ergänzung im breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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