
Tragödie auf Spaniens Schienen: Hochgeschwindigkeitszüge kollidieren – mindestens 39 Tote
Ein Sonntagabend, der in Andalusien zur Katastrophe wurde. Nahe der südspanischen Gemeinde Adamuz ereignete sich gegen 19.45 Uhr ein Zugunglück von erschütterndem Ausmaß. Zwei Schnellzüge prallten mit verheerender Wucht aufeinander, rissen mindestens 39 Menschen in den Tod und hinterließen über 150 Verletzte. Fünf Personen schweben noch immer in Lebensgefahr.
Der Ablauf des Unglücks
Was sich an diesem Abend auf der Strecke zwischen Málaga und Madrid abspielte, liest sich wie ein Albtraum der modernen Mobilität. Ein Hochgeschwindigkeitszug vom Typ Iryo 6189 entgleiste auf gerader Strecke – ausgerechnet dort, wo man es am wenigsten erwartet hätte. Die letzten beiden Wagen des Zuges gerieten auf das Gegengleis und kollidierten frontal mit einem Alvia-Langstreckenzug, der auf der Linie Madrid-Huelva unterwegs war. Die Wucht des Aufpralls schleuderte die vorderen Wagen des Alvia aus den Schienen, sie stürzten eine Böschung hinab.
Im provisorischen Feldlazarett in Adamuz wurden 170 Leichtverletzte versorgt, wie Regionalpräsident Juanma Moreno Bonilla mitteilte. Der Notfallplan wurde aktiviert, Ärzte, Psychologen und die militärische Notfalleinheit sind im Dauereinsatz.
700 Millionen Euro – und trotzdem versagt?
Verkehrsminister Óscar Puente steht vor einem Rätsel, das er der Öffentlichkeit nicht erklären kann. Die Gleise auf dem betroffenen Abschnitt seien erst im vergangenen Jahr erneuert worden, betonte er. „700 Millionen Euro wurden in diese Strecke investiert", so Puente. Der entgleiste Zug sei zudem erst vier Jahre alt gewesen. Wie kann es sein, dass modernste Technik und frisch sanierte Infrastruktur derart kläglich versagen?
„Es handele sich um eine Strecke, die mit einem LZB-Sicherheitssystem ausgestattet ist, das menschliches Versagen verhindert"
So äußerte sich Renfe-Präsident Álvaro Fernández Heredia. Menschliches Versagen sei nahezu ausgeschlossen. Es müsse sich um einen Fehler im Rollmaterial oder in der Infrastruktur gehandelt haben. Gerüchten zufolge soll ein fehlendes Schienenstück die Entgleisung verursacht haben – Berichte, wonach Lokführer bereits im August 2025 vor Schäden an genau dieser Stelle gewarnt hätten, werden in spanischen Medien weitgehend verschwiegen.
Europas marode Infrastruktur – ein Systemversagen?
Diese Tragödie wirft einmal mehr ein grelles Schlaglicht auf den Zustand europäischer Infrastruktur. Während Milliarden in fragwürdige Projekte, Migrationspolitik und internationale Verpflichtungen fließen, verfallen Brücken, Tunnel und Schienenwege. Japan betreibt seit Jahrzehnten Hochgeschwindigkeitszüge mit einer nahezu makellosen Sicherheitsbilanz – weil dort akribisch gewartet und kontrolliert wird. In Europa hingegen scheint man sich auf Technik zu verlassen, die man nicht mehr beherrscht.
300 Kilometer pro Stunde – das ist physikalisch am obersten beherrschbaren Limit. Die fünffache Energie eines normalen Schnellzuges ist erforderlich, um diese Geschwindigkeit zu erreichen. Ein Materialfehler, eine kleine Unachtsamkeit, und die Katastrophe ist unausweichlich. Ist der Größenwahn der Geschwindigkeit den Preis wert, den wir dafür zahlen?
Die Konsequenzen
Eine Untersuchungskommission wurde eingesetzt. Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien bleibt am Montag weitgehend eingestellt. Mehr als 200 Züge fallen aus, Flugverbindungen sollen vorübergehend Ersatz bieten. Für die Angehörigen der 39 Toten ist das freilich kein Trost. Sie bleiben zurück mit der bitteren Erkenntnis, dass ihre Liebsten Opfer eines Systems wurden, das Fortschritt verspricht, aber Sicherheit nicht garantieren kann.
Die Frage, die sich nun stellt, ist unbequem, aber notwendig: Wann beginnen europäische Regierungen endlich, ihre Prioritäten neu zu ordnen? Wann wird die Sicherheit der eigenen Bürger wieder wichtiger als ideologische Prestigeprojekte und internationale Gefälligkeiten?

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