
Trump verteidigt geschlossene Augen bei Kabinettssitzung: "Mir war langweilig"
Der amerikanische Präsident Donald Trump sorgt einmal mehr für Schlagzeilen – diesmal nicht wegen seiner Politik, sondern wegen seiner Körpersprache. Bei einer Kabinettssitzung im Dezember hatte der 79-Jährige wiederholt für längere Zeit die Augen geschlossen, was sofort Spekulationen über seinen Gesundheitszustand auslöste. Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht eine entwaffnend ehrliche Erklärung parat hätte.
Langeweile statt Müdigkeit – Trumps unverblümte Rechtfertigung
"Einige Leute sagten, er hat die Augen geschlossen. Schauen Sie, es wurde ziemlich langweilig", erklärte Trump am Donnerstag vor lachenden Regierungsbeamten im Kabinettssaal des Weißen Hauses. Mit der ihm eigenen Direktheit fügte er hinzu: "Ich habe nicht geschlafen. Ich habe sie nur geschlossen, weil ich verdammt nochmal hier raus wollte."
Der Präsident betonte zudem, dass er generell wenig schlafe – eine Behauptung, die er bereits während seiner ersten Amtszeit regelmäßig ins Feld führte. Die aktuelle Kabinettssitzung kürzte Trump auf 81 Minuten ab, indem er mehrere Beamte überging und den üblichen Austausch mit Reportern ausfallen ließ.
Das Alter als politisches Minenfeld
Mit 79 Jahren ist Trump der älteste Mann, der jemals als US-Präsident vereidigt wurde. In seiner letzten Amtszeit ist er offensichtlich bemüht, jegliche Zweifel an seiner Vitalität zu zerstreuen. Er hat Mitarbeiter angewiesen, mehr Termine in seinem öffentlichen Kalender auszuweisen, und kokettiert gelegentlich sogar mit einer dritten Amtszeit – obwohl die Verfassung dies ausdrücklich verbietet.
Die Pressemitteilungen des Weißen Hauses enthalten mittlerweile detaillierte Angaben wie "Policy Time", "Signing Time" und "Print Interview" – offenbar ein Versuch, Trumps Arbeitseifer zu dokumentieren. Eine bemerkenswerte Entwicklung, wenn man bedenkt, dass Kabinettssitzungen in früheren Administrationen als langweilige, weitgehend kamerafreie Veranstaltungen galten.
Trumps Marathon-Auftritte vor der Kamera
Unter Trump haben sich diese Zusammenkünfte zu regelrechten Bühnenauftritten entwickelt, bei denen der Präsident und sein Team Erfolge präsentieren, die ihrer Meinung nach von der Presse nicht ausreichend gewürdigt werden. Eine Sitzung im vergangenen Jahr dauerte mehr als drei Stunden live im Fernsehen – offenbar der längste öffentliche Kameraauftritt in Trumps Leben.
Gesundheitsfragen bleiben ein heikles Thema
Trump ist nicht der erste Präsident, der Fragen zu seiner Ausdauer abwehren muss. Bereits in den 1980er Jahren musste Ronald Reagans Pressesprecher erklären, warum der damals über 70-jährige Präsident bei öffentlichen Auftritten einzunicken schien.
Besonders pikant: Trump verspottet seinen Vorgänger Joe Biden noch immer regelmäßig als "Sleepy Joe". Biden hatte seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit 2024 aufgegeben, nachdem Wähler und Demokraten zunehmend an der Fitness des damals 81-Jährigen zweifelten. Trump ließ sogar eine Plakette im Weißen Haus anbringen, die suggeriert, Biden habe seine Präsidentschaft mit einem automatisierten Unterschriftenstift geführt.
"Ich schlafe nicht viel."
Fragen zu Trumps Gesundheit verstummen dennoch nicht. Medizinische Untersuchungen, die er offenlegte, sowie Blutergüsse an seinen Händen sorgten für Spekulationen. Das Weiße Haus erklärt, die Tests seien präventiv gewesen und hätten eine gute Herzgesundheit bestätigt. Die Blutergüsse, die manchmal mit Make-up abgedeckt werden, seien auf Aspirin zurückzuführen, das der Präsident routinemäßig zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einnehme.
Ein Präsident zwischen Hyperaktivität und Alterserscheinungen
Unbestreitbar ist, dass Trump deutlich aktiver auftritt als sein Vorgänger. Er reist häufiger, postet regelmäßig in sozialen Medien und interagiert weitaus öfter mit der Presse als Biden es tat. Dennoch bleibt die Frage, wie lange ein 79-Jähriger das Tempo eines der anspruchsvollsten Ämter der Welt durchhalten kann.
Die Episode zeigt einmal mehr, wie sehr das Alter in der amerikanischen Politik zum Politikum geworden ist. Während Trump seine Langeweile als Erklärung für geschlossene Augen anführt, dürften kritische Beobachter weiterhin genau hinschauen – ob der Präsident nun schläft oder nur gelangweilt ist.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











