
Umfrage-Debakel: Kanzleramt zweifelt lieber an den Instituten
Berlin, 17. September 2026: Die Zustimmungswerte für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rutschen von Tief zu Tief – doch im Kanzleramt sucht man die Ursache offenbar nicht bei sich selbst. Regierungssprecher Stefan Kornelius stellte in der Bundespressekonferenz die Seriosität der Meinungsforschung in Frage. Auf Nachfrage eines Journalisten, wie die Regierung mit den miserablen Werten umgehe, zielte seine Antwort nicht auf die Politik – sondern auf die Messinstrumente.
„Vorsichtig mit diesem Instrument umgehen“
Kornelius bezweifelte, dass die Institute überhaupt die Mittel hätten, in dieser Taktung belastbare Erhebungen zu liefern.
„Keines dieser Institute, die in dieser Frequenz Umfragen auf den Tisch legen, haben die Finanzressourcen, um solche Umfragen zu machen. Also sollten wir vielleicht alle mal sehr vorsichtig mit diesem Instrument umgehen.“
Als ein Journalist einwarf, dass die Erhebungen sehr wohl bezahlt würden – nämlich von den Medien, die sie beauftragen –, blieb der Sprecher bei seiner Linie. Die demoskopischen Grundlagen vieler, nicht aller Umfragen könnten eine nähere Betrachtung durchaus vertragen, sagte er sinngemäß; valide Ableitungen seien daraus nicht zwingend zu ziehen.
„Momentaufnahmen“ – seit Monaten
Merz selbst lasse sich „nicht irritieren“, betonte Kornelius. Es handele sich um Momentaufnahmen. Das Problem: Diese Momentaufnahme dauert inzwischen an. Alle großen Institute sehen den Kanzler bei Beliebtheit und Zustimmung auf einem Niveau, das vor ihm kein Regierungschef erreicht hat.
Medienberichten zufolge kam Merz zuletzt im Forsa-Trendbarometer auf nur noch zehn Prozent Zustimmung – seinen schwächsten Wert im Amt. Die Union liegt demnach bei 20 Prozent, die Grünen rückten bis auf zwei Punkte heran. Die AfD führt die bundesweiten Erhebungen seit Monaten an.
Sachsen-Anhalt: Als die Demoskopie kollabierte
Ein Körnchen Wahrheit steckt in Kornelius' Vorwurf durchaus – nur hilft es dem Kanzler nicht. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hatten die Institute die CDU bei 22 bis 23 Prozent gesehen. Am Wahlabend standen 17,2 Prozent auf der Tafel, ein Absturz um rund 20 Punkte gegenüber 2021. Die AfD kam nach vorläufigem Ergebnis auf 43,8 Prozent.
Die Demoskopen lagen also falsch – aber zugunsten der CDU, nicht zu ihren Lasten. Wer die Umfragen für zu pessimistisch hält, muss sich fragen lassen, ob die Realität nicht noch härter ausfällt. Eine Verteidigungslinie, die in die eigene Flanke schießt.
Vertrauen ist keine Statistikfrage
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Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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