
Verrat im Herzen der britischen Regierung: Mandelson soll Epstein geheime Euro-Rettungspläne zugespielt haben
Die jüngsten Enthüllungen aus den Epstein-Akten erschüttern das politische Establishment Großbritanniens bis ins Mark. Lord Peter Mandelson, einst einer der mächtigsten Strippenzieher der Labour-Partei und bis vor kurzem noch britischer Botschafter in Washington, soll während der Finanzkrise hochsensible Regierungsinformationen an den später wegen Sexualdelikten verurteilten Finanzier Jeffrey Epstein weitergegeben haben. Ein Skandal, der seinesgleichen sucht.
500 Milliarden Euro – vorab an einen Sexualstraftäter verraten?
Die vom US-Justizministerium freigegebenen Dokumente zeichnen ein verstörendes Bild. Demnach soll Mandelson seinen „besten Kumpel" Epstein bereits am Abend des 9. Mai 2010 über ein gigantisches Rettungspaket zur Stabilisierung des Euro informiert haben – einen Tag bevor die offizielle Bekanntgabe erfolgte. Wir sprechen hier von rund 500 Milliarden Euro, die zur Rettung der europäischen Gemeinschaftswährung mobilisiert wurden. Informationen dieser Tragweite in die Hände eines dubiosen Finanziers zu spielen, der sich später als Sexualverbrecher entpuppte – das ist nicht nur ein Vertrauensbruch, das grenzt an Hochverrat.
Mandelson amtierte von 2008 bis 2010 als Wirtschaftsminister unter Premierminister Gordon Brown. Er saß also an den Schalthebeln der Macht, als die Finanzkrise Europa in ihren Grundfesten erschütterte. Dass ausgerechnet er vertrauliche Regierungsdokumente an einen Mann weitergab, dessen kriminelle Machenschaften heute weltweit bekannt sind, wirft fundamentale Fragen auf.
Ehemalige Weggefährten distanzieren sich scharf
Die Reaktionen aus dem politischen London fallen vernichtend aus. Der frühere Premierminister Gordon Brown selbst sprach von einer „völlig inakzeptablen Weitergabe von Regierungsunterlagen" und forderte eine umfassende Untersuchung durch die höchsten britischen Beamten. Eine ehemalige Beraterin des damaligen Finanzministers Alistair Darling fand noch deutlichere Worte: Sie bezeichnete die Weitergabe interner Informationen schlicht als „Verrat".
Es sei unvorstellbar gewesen, vertrauliche Gespräche außerhalb des Regierungskreises weiterzugeben.
Diese Aussage einer Insiderin verdeutlicht, welche Sprengkraft die Enthüllungen besitzen. Hier geht es nicht um harmlose Plaudereien bei einem Dinner, sondern um die systematische Preisgabe von Staatsgeheimnissen an einen Mann, dessen moralischer Kompass offensichtlich schwer beschädigt war.
Einflussnahme auf Banken – noch mehr Abgründe?
Als wäre der Vorwurf der Geheimnisverrats nicht schon gravierend genug, deuten weitere E-Mail-Fragmente auf noch tiefere Verstrickungen hin. Nach Einschätzung des BBC-Wirtschaftsredakteurs Faisal Islam legen die Unterlagen nahe, dass Mandelson mit Epstein über Druckausübung auf Finanzinstitute sprach – etwa im Zusammenhang mit der geplanten Besteuerung von Bankerboni. Die Frage drängt sich auf: Welche Gegenleistungen flossen? Wer profitierte von diesen Informationen?
Mandelson selbst bestreitet die Vorwürfe. Er habe keine vertraulichen Informationen weitergegeben und lediglich allgemeine politische Positionen vertreten, ließ er in der Vergangenheit verlauten. Angesichts der nun vorliegenden Dokumente klingt diese Verteidigung jedoch zunehmend hohl.
Das Ende einer politischen Karriere?
Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten. Bereits im September 2025 wurde Mandelson von seinem prestigeträchtigen Posten als britischer Botschafter in den USA abgezogen. Nun befindet er sich auf Beurlaubung vom House of Lords, dem britischen Oberhaus. Premierminister Keir Starmer hält es nach Angaben aus Downing Street für unvereinbar mit den Vorwürfen, dass Mandelson weiterhin dem Oberhaus angehört.
Ob und wie dem einstigen Labour-Granden sein Adelstitel entzogen werden kann, bleibt rechtlich offen. Doch eines steht fest: Der Fall Mandelson ist ein weiteres Kapitel in der unendlichen Geschichte des Epstein-Skandals, der immer neue Abgründe offenbart. Er zeigt einmal mehr, wie tief die Tentakel des verstorbenen Sexualstraftäters in die höchsten Kreise der Macht reichten – und wie bereitwillig manche Politiker offenbar bereit waren, für fragwürdige Freundschaften ihre Integrität zu opfern.
Für die britische Demokratie ist dieser Skandal ein Weckruf. Wenn selbst Minister bereit sind, Staatsgeheimnisse an zwielichtige Gestalten weiterzugeben, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht mehr im System. Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wer in ihrem Namen regiert – und mit wem diese Regierenden hinter verschlossenen Türen verkehren.

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