
Waffenruhe für Kiew: Selenskyj setzt auf Trumps Vermittlung im Ukraine-Konflikt
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich am Donnerstag vorsichtig optimistisch zu einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten Vereinbarung geäußert, wonach Russland für eine Woche keine Angriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte durchführen soll. Die kommenden Tage würden zeigen, ob Moskau sich tatsächlich an diese Abmachung halten werde, so der ukrainische Staatschef.
Verhandlungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Die Gespräche, die zu dieser vorläufigen Vereinbarung führten, fanden offenbar in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Selenskyj bestätigte dies in einer Mitteilung auf der Plattform X, wo er schrieb: „Unsere Teams haben dies in den Vereinigten Arabischen Emiraten besprochen. Wir erwarten, dass die Vereinbarungen umgesetzt werden." Der ukrainische Präsident betonte, dass Deeskalationsschritte zu echten Fortschritten bei der Beendigung des Krieges beitragen könnten.
In seiner abendlichen Videoansprache dankte Selenskyj der amerikanischen Seite ausdrücklich für ihre Bemühungen. Besonders hob er hervor, dass die Initiative darauf abziele, russische Angriffe auf Energieziele zu stoppen – ein Punkt, der angesichts der winterlichen Temperaturen von existenzieller Bedeutung für die ukrainische Zivilbevölkerung ist.
Skepsis bleibt angebracht
Trotz der diplomatischen Höflichkeitsfloskeln schwingt in Selenskyjs Worten eine deutliche Portion Skepsis mit. „Wir werden sehen, wie die tatsächliche Situation bei unseren Energieanlagen und Städten in den kommenden Tagen und Nächten aussieht", erklärte er nüchtern. Diese Zurückhaltung erscheint mehr als berechtigt, hat Russland doch in der Vergangenheit wiederholt Vereinbarungen gebrochen und seine Angriffe auf zivile Infrastruktur fortgesetzt.
Trumps neue Rolle als Vermittler
Die Ankündigung markiert einen bemerkenswerten Kurswechsel in der amerikanischen Ukraine-Politik unter der zweiten Trump-Administration. Während der frühere Präsident Biden die Ukraine mit umfangreichen Waffenlieferungen unterstützte, setzt Trump offenbar verstärkt auf diplomatische Kanäle und direkte Verhandlungen mit Moskau. Ob dieser Ansatz tatsächlich zu einem dauerhaften Frieden führen kann, bleibt abzuwarten.
Die winterlichen Bedingungen machen die Situation für die ukrainische Bevölkerung besonders prekär. Russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur haben in den vergangenen Monaten zu massiven Stromausfällen geführt, die Millionen Menschen in Kälte und Dunkelheit zurückließen. Eine auch nur temporäre Feuerpause könnte den Ukrainern dringend benötigte Erholung verschaffen.
Ein fragiler Hoffnungsschimmer
Für die kriegsmüde ukrainische Bevölkerung mag diese Nachricht ein kleiner Lichtblick sein – doch die Erfahrung lehrt Vorsicht. Der Konflikt, der nun schon seit Jahren andauert, hat bereits unzählige gescheiterte Waffenstillstände und gebrochene Versprechen gesehen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob diese Initiative mehr ist als nur ein weiteres diplomatisches Manöver ohne substanzielle Folgen.
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