
Zwangsversicherung gegen Elementarschäden: Staat wälzt Risiken auf Bürger ab
Die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz macht Ernst mit einem Vorhaben, das tief in die Taschen der deutschen Immobilienbesitzer greifen wird. Eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden soll noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden – ein Projekt, das auf den ersten Blick vernünftig klingt, bei genauerem Hinsehen jedoch erhebliche Fragen aufwirft.
Der Staat zieht sich aus der Verantwortung zurück
Was steckt wirklich hinter diesem Vorstoß? Die Regierung argumentiert mit den Erfahrungen aus dem Ahrtal 2021 und den Hochwasserereignissen in Bayern und Baden-Württemberg. Damals musste der Steuerzahler einspringen, weil viele Geschädigte keine entsprechende Versicherung besaßen. Doch anstatt die eigentlichen Ursachen anzugehen – etwa eine vernünftige Raumplanung oder konsequenten Hochwasserschutz – wählt man den bequemen Weg: Die Bürger sollen künftig selbst zahlen.
Derzeit sind gerade einmal rund 50 Prozent aller deutschen Haushalte gegen Elementarschäden versichert. Das mag auf den ersten Blick erschreckend klingen. Doch viele Eigentümer haben sich bewusst gegen eine solche Police entschieden – weil ihr Risiko schlicht minimal ist. Ein Haus auf einer Anhöhe in Süddeutschland hat nun einmal ein völlig anderes Gefährdungspotenzial als ein Gebäude direkt am Rheinufer.
Versicherungsprämien: Von 350 bis fast 3.000 Euro jährlich
Die Kosten für eine Elementarschadenversicherung schwanken derzeit erheblich. Während Eigentümer in risikoarmen Gebieten mit Prämien zwischen 350 und 1.300 Euro jährlich rechnen müssen, können die Beiträge in Hochrisikogebieten auf knapp 3.000 Euro pro Jahr steigen. Eine zusätzliche finanzielle Belastung, die viele Haushalte in Zeiten ohnehin explodierender Lebenshaltungskosten hart treffen wird.
Besonders pikant: Die Versicherungswirtschaft selbst fordert eine sogenannte Opt-out-Lösung. Sie will nicht gezwungen werden, Gebäude in faktischen Hochrisikozonen wie dem Ahrtal zu versichern. Verständlich aus betriebswirtschaftlicher Sicht – doch was bedeutet das für die betroffenen Eigentümer? Sie sollen zahlen, bekommen aber möglicherweise gar keinen adäquaten Schutz.
Die Fakten zum Extremwetter: Nicht alles nimmt zu
Interessanterweise zeigen die Daten des Deutschen Wetterdienstes ein differenzierteres Bild, als es die politische Rhetorik vermuten lässt. Während Hitzewellen und Starkregen tatsächlich in relevantem Ausmaß zunehmen, ist beim Hagel seit 1950 sogar ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Bei Stürmen und Dürren lässt sich keine einheitliche Aussage für alle Regionen treffen.
Die wahrgenommene Zunahme von Extremwetterereignissen resultiert teilweise auch aus intensiverer Berichterstattung, höherer Bevölkerungsdichte und gestiegenen Vermögenswerten. Ein zerstörtes Haus von heute ist schlicht mehr wert als eines vor 50 Jahren – die Schadenssummen steigen also automatisch, selbst wenn die Häufigkeit der Ereignisse konstant bleibt.
Bauverbote und Entsiegelung: Die eigentlichen Lösungen bleiben aus
Die Versicherungswirtschaft fordert durchaus sinnvolle Maßnahmen: Bauverbote in Hochrisikogebieten, mehr Entsiegelung und eine klimaresiliente Stadtplanung. Doch die Bundesländer lehnen pauschale Bauverbote ab. Man verweist lieber auf bestehende Prüfungen in Bauverfahren – jene Prüfungen, die offensichtlich nicht verhindert haben, dass in Überschwemmungsgebieten munter weitergebaut wurde.
Im Koalitionsvertrag heißt es lediglich, Planungsträger sollten „sensibilisiert" werden. Eine mögliche Staatshaftung bei riskanter Bauleitplanung werde „geprüft". Wer die politische Sprache kennt, weiß: Das bedeutet im Klartext nichts. Statt struktureller Reformen gibt es eine neue Pflichtabgabe für alle.
Vermögensschutz in unsicheren Zeiten
Die geplante Pflichtversicherung reiht sich ein in eine Serie von Maßnahmen, die den deutschen Bürger finanziell immer stärker belasten. Das 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur, steigende Energiekosten, die galoppierende Inflation – die Liste wird länger. Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, sollte über eine breite Diversifikation nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfeste Wertanlage bewährt und können eine sinnvolle Ergänzung zu einem ausgewogenen Portfolio darstellen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser ist selbst für seine Anlageentscheidungen verantwortlich und sollte vor Investitionen eine eigenständige Recherche durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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