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Kettner Edelmetalle
17.09.2026
09:32 Uhr

Zweite Meerenge dicht: Diesel klettert auf 2,45 Euro!

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat ihren Griff um die Meerenge Bab al-Mandab geschlossen. Nach Angaben der international anerkannten jemenitischen Regierung fielen neben der Hafenstadt Mokka auch die Inseln Mayun (Perim), Zukar und die Hanisch-Gruppe in ihre Hand. An deutschen Zapfsäulen ist die Quittung längst angekommen: Diesel kostete am Mittwoch im Bundesschnitt 2,453 Euro je Liter — so viel wie nie zuvor.

Ein Nadelöhr, von dem Europa lebt

Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Über diese Route und den Suezkanal läuft die kürzeste Seeverbindung zwischen Asien und Europa. Fällt sie aus, wird aus einer Reise von Tagen eine Odyssee um das Kap der Guten Hoffnung.

Besonders brisant: Weil die Straße von Hormus Medienberichten zufolge weitgehend blockiert ist, verschifft Saudi-Arabien inzwischen einen Großteil seines Erdöls über das Rote Meer. Nun sind beide Nadelöhre der arabischen Halbinsel gestört. Zwei Flaschenhälse, ein Ergebnis: steigende Preise.

Der Informationsminister der Huthi, Mohammed Mansour, erklärte gegenüber der ARD, die Durchfahrt sei für die internationale Schifffahrt frei — für saudische Schiffe jedoch verboten. Ob sich Reeder auf dieses Versprechen verlassen mögen, ist eine ganz andere Frage.

Reeder warnen, Kanzler kündigt an

Der Verband Deutscher Reeder sieht die Bedrohung erheblich wachsen. Viele Reedereien mieden die Region und nähmen den weiten Umweg in Kauf, teilte der Verband mit. Über das Rote Meer laufen eben nicht nur Öl und Gas, sondern auch Elektronik, Maschinenteile, Lebensmittel, Kleidung und Medikamente.

Die Sicherheit des Seewegs sei für die Versorgung Deutschlands und Europas „von enormer Bedeutung“, erklärte VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger.

Ein Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik verwies darauf, dass die Störung der saudischen Ölexporte sich auf den globalen Ölpreis auswirke. Brent notiert aktuell bei knapp 110 US-Dollar je Fass.

Warum der Sprit teurer ist, als er sein müsste

Genau hier wird es für Autofahrer bitter. Der ADAC hält fest, dass Ölpreis und Euro-Dollar-Kurs das Preisniveau an den Tankstellen nur teilweise erklärten; auf Raffinerie- und Großhandelsebene bestehe Erklärungsbedarf. Ende April habe ein Barrel Brent ebenfalls rund 110 Dollar gekostet — Super E10 lag damals bei etwa 2,10 Euro. Heute sind es 2,314 Euro.

Dazu kommt hausgemachter Druck: Seit dem 1. April gilt das sogenannte Österreich-Modell, wonach Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr angehoben werden dürfen. Der ADAC ermittelte seither deutlich größere Tagesspannen als im Vorjahr. Gut gemeinte Regulierung, die den Bürger am Ende teurer zu stehen kommt — ein Muster, das viele Verbraucher inzwischen kennen.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat laut ADAC Entlastungen angekündigt, konkrete Maßnahmen blieben offen, einer Übergewinnsteuer habe er eine Absage erteilt. Der befristete Tankrabatt lief bereits Ende Juni aus.

Was Bürger daraus mitnehmen sollten

Pendler, Handwerker, Spediteure und Landwirte zahlen die Zeche für eine Energieversorgung, die an fernen Meerengen und fremden Milizen hängt. Wer nicht gegensteuert, spürt die Rechnung zweimal: an der Tankstelle und später im Supermarktregal, weil Transportkosten in jeden Preis einfließen.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Lage einmal mehr, wie verwundbar Wohlstand ohne robuste eigene Versorgungsstrukturen ist. In solchen Phasen haben physische Edelmetalle historisch als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen gedient — als Ergänzung, nicht als Wundermittel.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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