
Hongkong-Milliardär setzt ein Viertel seines Vermögens auf Gold – Ein Weckruf für konservative Anleger
Während deutsche Sparer noch immer auf Sparbücher und Lebensversicherungen setzen, macht ein asiatischer Großinvestor vor, wie echte Vermögenssicherung funktioniert: Cheah Cheng Hye, der legendäre Gründer von Value Partners Group, hat mittlerweile ein Viertel seines Milliardenvermögens in Edelmetalle investiert. Eine Entscheidung, die angesichts der weltweiten Turbulenzen weitsichtiger kaum sein könnte.
Vom Value-Investor zum Gold-Enthusiasten
Drei Jahrzehnte lang galt der 71-jährige Cheah als das Gesicht des Value-Investings in Asien. Seine Firma verwaltete auf dem Höhepunkt stolze 17 Milliarden Dollar. Doch nun vollzieht der ehemalige Finanzjournalist aus Malaysia eine bemerkenswerte Kehrtwende. Sein Family Office, das rund 1,4 Milliarden Dollar verwaltet, hält inzwischen etwa 25 Prozent in Edelmetallen – vor einem Jahr waren es noch 15 Prozent.
„Ich war ein sehr geduldiger Investor – ich kaufte Edelmetalle, handelte sie nicht und betrachtete sie als Teil meiner lebenslangen Ersparnisse", erklärte Cheah gegenüber Bloomberg News. „Schließlich wurde das Ganze immer größer und größer."
Ein krasser Außenseiter unter den Superreichen
Was Cheahs Strategie so bemerkenswert macht: Er schwimmt damit völlig gegen den Strom der globalen Vermögenselite. Laut dem UBS Global Family Office Report 2025 liegt die durchschnittliche Allokation in Gold und Edelmetalle bei gerade einmal zwei Prozent. Der Hongkonger Milliardär investiert also mehr als das Zehnfache dessen, was seine Standesgenossen für angemessen halten.
„Ich kaufe nur, ich verkaufe nie", betont Cheah und fügt hinzu, dass er 2025 lediglich kleinere Trades getätigt habe.
Seine Empfehlung für andere Anleger ist eindeutig: 60 Prozent Aktien, 20 Prozent Anleihen und 20 Prozent Edelmetalle, angeführt von Gold. Eine Portfoliostruktur, die in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen durchaus Sinn ergibt.
Physisches Gold statt Papierversprechungen
Besonders aufschlussreich ist Cheahs Präferenz für physisches Gold. Seine Bestände werden in einem Regierungslager am Hongkonger Flughafen verwahrt. „Wenn Sie das physische Gold im Lager oder in Ihrem Banksafe haben, schuldet Ihnen niemand etwas", erklärt er seine Philosophie. Für asiatische Investoren sei es weitaus vorzuziehen, physisches Gold statt Papiergold zu kaufen.
Diese Einstellung dürfte vielen deutschen Anlegern bekannt vorkommen, die nach den Erfahrungen mit Bankenkrisen und Staatsschulden ebenfalls auf greifbare Werte setzen. Cheahs Gesamtgewinn aus seinen Edelmetallinvestitionen beläuft sich mittlerweile auf beeindruckende 251,1 Millionen Dollar – eine Rendite von 167 Prozent.
Die geopolitische Zeitenwende als Treiber
Was treibt einen erfahrenen Investor wie Cheah zu dieser massiven Umschichtung? Die Antwort liegt in der dramatisch veränderten Weltlage. Nach dem Einfrieren russischer Vermögenswerte 2022 und den jüngsten Spannungen mit Venezuela und dem Iran spricht Cheah von einer massiven „Tresor-Flucht". Wohlhabende asiatische Familien würden zunehmend Geld in die Region zurückverlagern, um sich vor US-Sanktionen oder möglichen Vermögensbeschlagnahmungen zu schützen.
Die aktuellen Entwicklungen geben ihm Recht: Gold und Silber erreichten zu Jahresbeginn 2026 neue Rekordhöhen. Der Goldpreis sprang auf 4.690,79 Dollar pro Unze, während Silber einen neuen Höchststand von 94,10 Dollar erreichte. Präsident Trumps Ambitionen bezüglich Grönlands schürten zusätzlich Ängste vor einem Handelskrieg zwischen den USA und Europa.
Silber als unterschätzter Gewinner
Neben Gold zeigt sich Cheah besonders optimistisch für Silber, das sich im vergangenen Jahr etwa verdreifacht hat und damit die Goldgewinne deutlich übertraf. Eine Entwicklung, die viele Analysten überrascht hat, aber angesichts der industriellen Nachfrage und der Rolle des Silbers in der Energiewende durchaus nachvollziehbar erscheint.
Ein Fazit, das nachdenklich stimmt
„Geopolitik – Kriege in Venezuela, der Ukraine und potenzielle Spannungen um Taiwan – erzeugen eine wachsende Unterstützungswelle für Gold und Silber", resümiert Cheah. „Bisher bestätigt die reale Welt meine Theorie."
Für deutsche Anleger, die noch immer auf die Versprechungen von Politikern und Zentralbankern vertrauen, sollte diese Geschichte ein Weckruf sein. Während die Bundesregierung neue Schulden in Höhe von 500 Milliarden Euro plant und die Inflation weiter an der Kaufkraft nagt, zeigt ein erfahrener asiatischer Investor, wie echte Vermögenssicherung aussieht: mit physischem Gold, das niemandem etwas schuldet.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Physische Edelmetalle können jedoch als sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung und als Beimischung eines breit gestreuten Portfolios dienen.

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