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Kettner Edelmetalle
18.09.2026
08:10 Uhr

Milliarden für US-Waffen: Berlin schimpft – und kauft selbst ein

Außenminister Johann Wadephul ist verärgert: Die Ukraine gebe deutsches Geld überwiegend bei amerikanischen Rüstungskonzernen aus, statt bei heimischen Herstellern. In einem Podcast des Bild-Vizechefs Paul Ronzheimer machte der CDU-Politiker seinem Unmut Luft. Nur Tage später unterzeichnete Verteidigungsminister Boris Pistorius in Washington selbst einen Milliarden-Deal – für US-Waffen.

„Nicht ganz zufrieden“ – der Minister mahnt Kiew

Wörtlich sagte Wadephul, man sei „zum jetzigen Zeitpunkt nicht ganz zufrieden mit dem, was es an Bestellungen in Deutschland gibt“. Deutschland sei mittlerweile „stärkster Unterstützer der Ukraine insgesamt“, und es müsse „naturgemäß so sein, dass die deutsche Verteidigungsindustrie davon profitiert“. Er habe die ukrainische Regierung gebeten, das zu überprüfen.

Die Größenordnung ist enorm: Der Bundeshaushalt 2026 sieht rund 11,55 Milliarden Euro Militärhilfe für die Ukraine vor – drei Milliarden mehr als ursprünglich geplant. Seit Kriegsbeginn hat Deutschland laut dem Ukraine Support Tracker des Kieler Instituts für Weltwirtschaft rund 20 Milliarden Euro an Waffen und militärischen Finanzhilfen zugesagt. Platz zwei weltweit, hinter den USA.

Am 15. September: Tomahawk-Kauf für 3,5 Milliarden

Am 15. September 2026 setzten Pistorius und sein US-Amtskollege Pete Hegseth in Washington ihre Unterschriften unter ein Abkommen zur engeren militärischen Zusammenarbeit. Enthalten: der Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern samt Typhon-Abschussrampen im Volumen von rund 3,5 Milliarden Euro. Ein System, das Präsident Trump zuvor mehrfach zurückgehalten hatte.

Deutsches Steuergeld, das in amerikanische Werkhallen fließt. Genau das, was Wadephul der Ukraine vorhält. Kritik an der eigenen Kaufentscheidung? In der öffentlichen Debatte kaum zu hören.

PURL: Der Mechanismus, den Berlin selbst mitfinanziert

Seit Sommer 2025 läuft die NATO-Initiative „Prioritised Ukraine Requirements List“ (PURL). Europäische Staaten kaufen darüber US-Waffen aus amerikanischen Beständen und reichen sie an Kiew weiter. Deutschlands Beiträge: 500 Millionen Dollar im August 2025, 150 Millionen im November, 200 Millionen im Dezember, zuletzt 400 Millionen Dollar. Das Gesamtvolumen von PURL lag 2025 bei rund 3,7 Milliarden Euro – 2026 soll es auf bis zu 15 Milliarden Dollar steigen.

Die Bundesregierung ist also nicht Opfer, sondern Mitgestalter und zahlender Teilnehmer jenes Systems, das Geld in die US-Rüstungsindustrie lenkt. Beobachter sehen darin eine bemerkenswerte Logik: erst mitgründen, dann sich über die Folgen beklagen.

Die Zahlen sprechen gegen die Erzählung

Das IfW Kiel hält im jüngsten Update (bis Juni 2026) fest: Europäische Geber beschafften im ersten Halbjahr 2026 Militärhilfe im Wert von mindestens drei Milliarden Euro direkt bei US-Konzernen – rund 30 Prozent der über die Industrie abgewickelten europäischen Hilfe. Über PURL selbst stammten mehr als 90 Prozent aus US-Militärbeständen. Der US-Anteil steigt also, er sinkt nicht.

Gleichzeitig zeigt dasselbe Institut: In Deutschland werden fast drei Viertel des Kriegsgeräts für die Ukraine direkt bei der heimischen Industrie geordert. Kiew zahlt sogar Teile selbst – etwa knapp 2.900 Panzerabwehrwaffen RGW 90 Matador von Dynamit Nobel Defence.

Wessen Konjunkturprogramm ist das eigentlich?

Bleibt die unbequeme Frage: Wenn Berlin die Aufrüstung als Rettungsanker gegen die Deindustrialisierung verkauft, aber selbst Milliarden über den Atlantik schickt – wessen militärisch-industrieller Komplex wird hier hochgefahren? Aus Sicht unserer Redaktion wird der Bürger für ein Programm zur Kasse gebeten, dessen Rendite andernorts anfällt. Wer sein Vermögen gegen Staatsschulden, Inflation und politische Fehlsteuerung absichern will, findet in physischen Edelmetallen seit Jahrhunderten eine bewährte Beimischung.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er spiegelt unsere Einordnung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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